Kniechirurgie

Shownotes

In der aktuellen Folge sprechen Dr. Yama Afghania und Priv.-Doz. Dr. Sven-Oliver Dietz über typische Verletzungen des Kniegelenkes. Nach einem kurzen anatomischen Repetitorium werden 4 Klassiker der Kniechirurgie behandelt: die Ruptur des vorderen Kreuzbands, Meniskusläsionen, Patellaluxation und die Gonarthrose.

In diesem Podcast werden Inhalte der curricularen Lehre, aber auch Themen, die für Studierende der Humanmedizin und alle, die sich informieren wollen, interessant sind behandelt. Sven-Oliver Dietz, Oberarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie (ZOU), ist Host dieses Podcast. Zusammen mit seinen Interviewgästen nimmt er Euch mit in den klinischen Alltag am ZOU, bespricht mit ihnen praxisnah relevante Krankheitsbilder, diagnostische und therapeutische Prinzipien sowie typische Fallbeispiele – fundiert, verständlich und auf Augenhöhe.

Wir freuen uns über Euer Feedback an knochenschrauber@unimedizin-mainz.de.

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Transkript anzeigen

00:00:04: Herzlich willkommen zu Knochen-Schrauber, dem Unfallchirurgipodcast aus dem Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz.

00:00:15: Der Podcast richtet sich an alle Medizinstudierenden und alle Interessierten für die Unfallchirurgie.

00:00:21: Mein Name ist Sven Oliver Dietz, ich bin der Haus des Podcasts und Oberarzt am Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie.

00:00:27: Und heute unterhalte ich mich mit meinem Kollegen Jama Afganja über das Thema Knie.

00:00:31: Alles Rundums Knie.

00:00:32: Hallo, Jama, grüß dich.

00:00:34: Ja, hallo.

00:00:35: Jama, die Kniechirurgie, warum ist es denn wichtig?

00:00:41: Ist das ein Randfach oder ist das was, was uns hier jeden Tag begegnet?

00:00:46: Ja, also ich finde, die Kniechirurgie ist schon wichtig, weil es vor allem alle Lebensphasen betrifft.

00:00:55: Von Bagatelltraumata mit oder ohne Fehlstellungen bei Kindern.

00:01:00: Aber auch akute Sportverletzungen bei jungen, aktiven Menschen, aber auch degenerative Veränderungen, die den älteren Menschen betreffen, die dann schlussendlich in eine Gonadrose münden können.

00:01:15: Du hast es ja eben ganz schön gesagt, es betrifft alle Lebensbereiche und alle Alter.

00:01:21: Vielleicht gehen wir aber doch nochmal am Anfang.

00:01:24: einen Schritt zurück und gehen zurück in die graue Zeit der Vorklinik und erinnern uns an den Anatomiekurs.

00:01:33: Welche Gelenkpartner machen denn überhaupt das Kniegelenk aus?

00:01:37: Ja, die Anatomie des Kniegelenks finde ich persönlich sehr interessant.

00:01:42: Es ist ein Drehchaniergelenk, das nicht nur Beuge- und Streckbewegungen macht, sondern auch eine gewisse Rotations- und Translationsbewegung zulässt.

00:01:52: Es besteht aus drei knischernen Gelenkpartnern, das Femur, die Tibia und die Patella.

00:01:58: Femur besitzt zwei asymetrische Gelenkrollen.

00:02:02: Und dazwischen ist die interkondilaere Grube, die Notch, wo die Kreuzbänder ansetzen.

00:02:07: Und vorne ist noch die Gleitfläche für die Patella, die sogenannte Trochlea.

00:02:14: Die Tibia bildet mit ihrem Plateau die untere Gelenkfläche.

00:02:19: medialseitig eher Konkhaf und die laterale eher flach bis leicht Konvex.

00:02:25: Zwischen beiden Flächen liegt die Eminencia Intercondilaris, die auch als Ansatzpunkt für die Kreuzbänder dient.

00:02:32: Dann die Patella, wie schon angesprochen, ist das größte Sesambein des menschlichen Körpers und ist in die Sehne des Quadrezeps eingelagert.

00:02:40: Sie dient nicht nur als Kraftüberträger, sondern auch für die effiziente Führung und Stabilisierung des Streckapparats.

00:02:52: Du hast gerade die Kreuzbänder angesprochen, das ist ja was, wo sofort jeder zuckt.

00:02:56: Kreuzbandverletzung hat jeder schon mal gehört.

00:03:00: Wie viele Kreuzbänder haben wir und wofür sind die wichtig?

00:03:03: im Knie?

00:03:05: Ja, wir haben tatsächlich zwei Kreuzbänder, das Forderung des hintere Kreuzband, die dann auch noch in Bündel unterteilt werden.

00:03:14: Viel wichtiger ist aber auch, dass das ein statischer Stabilisator im Kniegelenk ist, genauso wie die Kollateralbänder und die Menisken.

00:03:25: Die Kreuzbänder sind vor allem für die tiefen Sensibilität wichtig und für die Stabilität des Gelenkes.

00:03:33: Die Kollateralbänder sind wichtig für den Walgus und für den Varus Stress des Kniegelenkes.

00:03:43: Hierbei ist wichtig, dass mediale Kollateralband mit den Innenminiskusverwachsenen ist, wo dann auch so Verletzungen, Kombinationsverletzungen wie ein Happy-Triot passieren kann.

00:03:57: Was haben die Minisken denn sonst noch für eine Aufgabe im Kniegelenk?

00:04:02: Ja, die Minisken sind vor allem für die Lastverteilung wichtig, aber auch dienen auch als Stoßdämpfer, haben auch einen gewissen Beitrag zur passiven Stabilität.

00:04:13: Hier ist anatomisch noch wichtig, dass innen medialseitig der Meniscus C-förmig ist und lateralseitig der Meniscus ERO-förmig, reisförmig ist.

00:04:25: Aber die Menisken haben nicht nur eine funktionelle Wichtigkeit, sondern auch strukturell sind sie wichtig für ein gesundes Kniegelenk.

00:04:33: Und du hattest vorhin schon erwähnt, dass die Patella das größte Sesambein ist.

00:04:37: Also es sind ja Knochen, die in große Seen eingebettet sind und da wie so eine Art Umlenkrolle, kann man glaube ich sagen, fungieren.

00:04:46: Welche Muskeln sind denn im Bereich des Kniegelenks besonders wichtig?

00:04:50: Ja, im Bereich des Kniegelenks ist vor allem die Quadrezepts-Szene entscheidend, wo auch die Patella eingebettet ist.

00:05:02: Was auch wichtig ist, ist die ischokorale Muskulatur, die für die Stabilisierung des Gelenkes wichtig ist, die vor allem jetzt ventral sind, also das sind vor allem die Muskeln, die ventral sind, aber die ischokorale Muskulatur kommt eher von Dorsalseitig, der Biceps, Femoris ist auch entscheidend, die alle zusammen sind für die Stabilisierung und für die Führung des Gelenkes entscheidend.

00:05:30: So, jetzt haben wir den Überblick über die Anatomie des Kniegelenkens.

00:05:35: Und ich glaube, jeder einzelne dieser Gelenkpartner kann schwerwiegende Verletzungen haben und auch Verletzungen haben, die für uns herausfordernd sind, zu versorgen, aber vor allem auch für den Patienten dann mit einem weniger ausgeprägten Leidensweg verbunden sind.

00:05:52: Wir sollten uns vielleicht auf vier Krankheitsbilder konzentrieren, um nicht den Rahmen völlig zu sprengen.

00:05:57: Und ich glaube, das sind auch die die für Formulaturen oder Klausuren oder Staatsexamensprüfungen am wichtigsten sind.

00:06:05: Ich hatte dir vorgeschlagen, wir unterhalten es über Kreuzbandrupturen, Miniskus-Lationen, Patella-Luxationen und die Arthrose des Kniegelängs.

00:06:14: Fangen wir mal an mit der Kreuzbandruptur.

00:06:17: Da hat es schon gesagt, die Kreuzbinder sind wichtig für die tiefen Stabilität.

00:06:21: Welche Patienten haben denn typischerweise eine Kreuzbandruptur?

00:06:27: Was haben die für Symptome, wie überprüft man das und wie geht es dann weiter?

00:06:32: Ja, es trifft vor allem junge sportlich aktive Patienten, die meist abrupte Richtungswechsel beim Sport gemacht haben oder Kontaktverletzungen hatten.

00:06:44: oder beim Fußball hängen geblieben sind im Rasen.

00:06:47: Klinik haben die Patienten meist akute Schmerzen, eine Schwellung.

00:06:52: Häufig äußern sie ein sogenanntes Giving-Way-Phänomen, eine Instabilität im Alltag, die vor allem im Vordergrund steht.

00:07:01: Diagnostisch ist Klinik vor allem der Lachmantest zu nennen, den man sicher anwenden sollte.

00:07:09: Der Pivot-Shift-Test ist auch ein guter Test, der aber nicht von jedem Patienten toleriert wird.

00:07:16: und natürlich die vordere Schublade ist wegweisend.

00:07:20: Ergänzt wird das Ganze mit dem MRT als Goldstandard und therapeutisch ist ganz wichtig zu nennen, dass der funktionelle Anspruch des Patienten entscheidend ist.

00:07:33: Man darf nicht sagen, dass alle Kreuzbänder operiert werden sollten, aber auch nicht, dass alle nicht operiert werden sollten.

00:07:40: Da ist jeder Patient unterschiedlich.

00:07:42: Die Frage ist, wie aktiv sind die Patienten?

00:07:44: Und wenn eine gewisse Aktivität gewünscht ist, dann sollte man eine anatomische VKB-Plastik durchführen, indem man eine Sehne des eigenen Körpers nimmt, wie zum Beispiel die Semi-Tendinosus-Sähne, die Quadrezeptsähne oder die Patelasehne.

00:08:03: Und er setzt das Ganze als VKB-Plastik.

00:08:08: Du hattest jetzt gesagt, der junge aktive Patient, wie lang ist man denn in der Kreuzmann-Kirurgie jung?

00:08:16: Ja, wichtige Frage.

00:08:19: Jung ist nicht vom Alter abhängig.

00:08:22: Also jeder Patient, der einen Ich sag mal, jungen Anspruch hat der Sechzigjährige, der noch sehr gerne Fußball spielt bei den alten Herren und das auch gerne macht, weil das ihnen Spaß macht.

00:08:34: Der ist für die Kreuzmann-Chirurgie weiterhin jung.

00:08:38: Und genauso hat man dann auch Fußballer, die dann mit fünfundzwanzig sagen, ich hab zwar den Anspruch und würde das gerne machen, aber ... Ich möchte das alles gar nicht, die ganze Reha etc.

00:08:53: Ich habe viele Freunde gesehen, die das durchgemacht haben und ich kann auch vom Fußball verzichten und würde das erstmal konservativ versuchen.

00:09:01: Okay, jetzt haben wir ja so zwei Gruppen und wo die Fußballer anspricht, das finde ich so ganz wichtig.

00:09:08: Jeder Zweite in Deutschland guckt samstags, entweder auf Sky, die Fußball-Bundesliga-Konferenz oder Sportschauer oder Sportstudio und was es alles für Sendungen gibt.

00:09:18: Da sieht man dann so ein Fußballprofi, der verletzt sich und am Sonntag, Nachmittag ließ man im Internet, ist bereits Kreuzband operiert worden.

00:09:28: Jetzt kommen zu uns die Freizeitsportler am Montag, die am Samstag oder am Sonntag den Unfall hatten und wollen natürlich auch am Montag, Nacht, am liebsten operiert werden.

00:09:37: Ist das denn notwendig oder wann operieren wir die Patienten in optimaler Weise?

00:09:43: Ja, notwendig ist das sicherlich bei dem Freizeitsportler nicht.

00:09:47: Also für die Profis geht es ja darum, den Return to Sport so schnell wie möglich zu machen, weil der ja viel Geld dran hängt.

00:09:54: Für die Freizeitsportler ist das nicht entscheidend.

00:09:57: Wichtig ist, dass wir in einer Phase operieren, wo die Schwellung noch in einem guten Rahmen ist, also wo das Kniegelenk nicht gespollen ist.

00:10:06: Und das ist entweder ganz früh, wie bei den Profisportland, oder meistens in einem Zeitraum von ungefähr sieben bis vierzehn Tagen nach dem Trauma.

00:10:15: Das ist auch ganz davon abhängig, wie sich die Patienten dann zu Hause verhalten.

00:10:19: Also wir haben auch Patienten, die nach drei Wochen kommen und da ist immer noch eine deutliche Schwellung.

00:10:24: Oder Patienten, die dann direkt nach dem Trauma eine Lymphtrainage anfangen und den ganzen Tag hochlagern, dann ist es nach fünf Tagen auch gut.

00:10:31: Wichtig ist, dass um die Atrofibroserate so gering wie möglich halten, das Trauma, also die Operation in einem Zeitraum zu machen, wo die Entzündung im Kniegelenk so gering wie

00:10:42: möglich ist.

00:10:43: Kannst du nochmal kurz erklären für die Studierenden, was eine Atrophibrose ist?

00:10:47: Die Atrophibrose ist eine Versteifung des Kniegelenkes, wo das Kniegelenk so sehr verklebt ist, dass die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt ist.

00:10:59: Das ist natürlich die schlechteste Voraussetzung für eine Operation.

00:11:02: Das sollte natürlich nicht der Fall sein, bevor man den Kreuzband OP einsteigt.

00:11:08: Ich glaube, zum Kreuzband haben wir das ganz gut.

00:11:10: Die ganzen Tests, die du erwähnt hast, die finde ich immer mit Worten sehr schwierig zu beschreiben.

00:11:17: Entweder ihr nutzt da die Möglichkeit, das im Rahmen von einem Untersuchungskurs im Studium euch zeigen zu lassen oder aber im Rahmen von einer Formulatur oder im Pj.

00:11:28: Oder aber, wenn ihr es jetzt gar nicht abwarten könnt, dann gibt es ja auch zahlreiche Formate im Internet, wo man sich diese Tests, also Video angucken kann, die sind da wirklich sehr gut aufbereitet.

00:11:38: Wir können da was in die Shownotes stellen, aber letztendlich gibt es da so viele verschiedene Plattformen.

00:11:43: Das kann man sich dann so nach eigenem Geschmack raussuchen.

00:11:47: So, jetzt haben wir das Kreuzband besprochen.

00:11:50: Gehen wir mal zum nächsten, häufig verletzten, ja.

00:11:56: war ich im Kniegelenk den Meniskeln.

00:12:00: Wieso reißen die denn?

00:12:05: Zum einen müssen wir hier differenzieren, dass wir sagen traumatische Meniskosrupturen oder degenerative Meniskosrupturen.

00:12:12: Die Traumatischen sind meistens ähnlich wie bei den VKB-Rupturen, Sportverletzungen.

00:12:20: wo meistens der In-Miniskus mit betroffen ist, auch aus dem Aspekt, was ich gesagt habe, vorhin, dass das In-Mand mit da dran hängt.

00:12:28: Und dann haben wir die Patienten, die einfach über Jahre eine hohe Belastung auf den Gelenk hatten und dann degenerative Risse haben.

00:12:37: Hier ist vor allem wichtig zu sagen, unser Ziel ist, reparieren statt resizieren.

00:12:43: Das ist das, was, denke ich, jeder mitnehmen sollte.

00:12:48: Da sollten wir uns auch versuchen, vor allem wenn wir nähen wollen und reparieren wollen, dass wir das zeitnah machen.

00:13:01: Klinisch ist das Ganze zu untersuchen, vor allem wenn man jetzt zum Beispiel den Steinmann-Test macht oder den McMurray-Test.

00:13:13: Da empfinden die Patienten meistens ein Einklemmungsgefühl und einen Schmerz.

00:13:18: Manchmal kommen die Patienten auch und beschreiben schon, dass sie ein Einklemmungsgefühl im Alltag haben.

00:13:25: Therapeutisch, wie ich schon vorhin gesagt, ist es wichtig, das Ganze zu nähen.

00:13:32: Dennoch ist es so, dass wir manchmal irreparale Risse haben oder bei degenerativen Rissen.

00:13:38: vor allem im Bereich der Zone, wo die Durchblutung des Miniskus nicht so gut ist, die Heilungschancen schlechter sind, da sollte man eher eine Teilresekktion präferieren.

00:13:50: Du hast es gerade angesprochen, die Durchblutung ist im Miniskus nicht überall gleich, da entscheidet man ja eine Rote von einer weißen Zone und dann diese Übergangszone dazwischen.

00:14:01: Ich denke, da stellen wir mal eine Abbildung in die Show Notes, weil das kann man, wenn man das da einmal gesehen hat, dann kapiert man das fürs Leben und kann sich das auch wirklich gut merken.

00:14:10: Ich habe so das Gefühl, fast immer sind die Rupturen in dieser Übergangszone, wo man es ja nicht so genau weiß, wird das gut, wird das nicht gut, aber wahrscheinlich ist das gar nicht so, sondern man nimmt das nur so wahr, weil man ja die guten, die kann man sich nicht erinnern und dann die schlechten, da kann man sich immer sehr, sehr gut erinnern.

00:14:27: Ich denke, die Art der OP Wie macht man das?

00:14:32: Macht man das offen?

00:14:33: Macht man das niegelenk auf?

00:14:34: Oder wie würdest du so ein Miniskus versorgen?

00:14:38: Ja, heutzutage ist eigentlich ein Standardverfahren, dass man das minimalinvasiv, atroskopisch macht.

00:14:45: Die offene Wurz-Miniskus-Therapie hat eigentlich aus meiner Sicht keinen Stellenwert mehr.

00:14:52: Da sollte man schon auf atroskopische Verfahren zurückgreifen.

00:14:56: Ja, ich habe es tatsächlich neulich mal in Offen genäht, aber im Rahmen von der Versorgung von der Tibiakopffraktur.

00:15:01: Gut, da hat man sowieso das Gelenk offen, da kommt man dann ganz gut hin, aber da kann ich mir auch schon irgendwie komisch bei vor, muss ich sagen.

00:15:09: Wie werden die denn nachbehandelt, die Meniskusrisse, wenn wir die jetzt genäht haben, auch in der günstigen Zone dürfen die gleich wieder Sport machen.

00:15:17: oder wann, wie lang fallen die aus?

00:15:20: Ja, also gerade bei der Naht ist es wichtig, dass man die Stoßdämpfung bei der Vollbelastung des Beines gerade in der Anfangssase verhindert.

00:15:30: Deswegen präferieren wir, dass wir vor allem bei den Nähten, wo wir in der weiß-roten Zone, in der Übergangszone nähen, erstmal eine Entlastung den Patienten empfehlen und dann im Verlauf, so nach vier Wochen, die Teilbelastung den Patienten erlauben.

00:15:48: Wenn wir ganz sichere Versorgungen haben und das intraoperativ sich sehr gut anliegt, kann man auch früher eine Teilbelastung machen, aber gerade in der Anfangsphase sollte man eine Entlastung bzw.

00:15:58: eine Teilbelastungsphase machen.

00:16:00: Und ja, so nach sechs Wochen können die Patienten dann anfangen mit dem Fahrradfahren und leichtem Joggen.

00:16:07: Und ich denke, dass Return to Sport realistisch nach drei Monaten möglich ist bei den traumatischen Verletzungen bei den jungen Patienten.

00:16:16: Die degenerativen Risse können meistens früher wieder einsteigen, weil sie ja nicht den hohen sportlichen Anspruch haben.

00:16:23: Na ja, das klingt ja eigentlich noch ganz überschaubar von der Sportpause.

00:16:27: Dann kommen wir zum nächsten der vier großen Themen zur Patellerluxation, also die Kniescheibe, die rausspringt.

00:16:35: Das ist eigentlich immer relativ dramatisch für die Patienten, wenn das passiert.

00:16:38: Was haben die denn für Symptome?

00:16:41: Ja, schwierig, also schwieriges Thema.

00:16:44: Es gibt mittlerweile ganze Kongresse, die sich um die Patellerluxationen beschäftigen.

00:16:49: Meistens haben die Patienten Auch da muss man unterscheiden, sind das habituelle Luxation oder akutraumatische Luxation.

00:16:56: Aber meistens haben die einen unglaublichen Schmerz.

00:16:59: Wenn die noch luxiert kommen, haben die einen extremen Schmerz.

00:17:02: Und wenn das habituelle Luxation sind, sind sie meistens recht schmerzkompensiert, weil sie das Ganze kennen.

00:17:13: Aber gerade die erste Luxation ist für die meisten Patienten doch dann ein wunderlicher Schmerz vorhanden ist.

00:17:23: Und wie gehen wir jetzt vor?

00:17:25: Wie kriegen wir raus?

00:17:26: Die Patella ist luxiert.

00:17:27: Sieht man das?

00:17:28: Oder muss man da ganz spezielle Tests machen?

00:17:30: Wie gehen wir jetzt vor?

00:17:33: Also manchmal kommen die mit einer luxierten Patella.

00:17:37: Dann sieht man das direkt.

00:17:39: Die Patella wird sehr weit lateral stehen.

00:17:41: Das sieht man direkt.

00:17:44: Aber gerade bei den habituellen Luxationen ist das dann schon nicht einfach.

00:17:49: die Patienten zu untersuchen.

00:17:50: Dann gibt es einen sogenannten Apprehension-Test, den man machen kann.

00:17:54: Einen Gleit-Test gibt es auch, den man machen kann.

00:17:58: Klinik gibt es ein sogenanntes J-Sign beim Strecken des Kniegelenkes, was hilfreich sein kann.

00:18:06: Und schlussendlich ist aber auch die radiologische Diagnostik in Röntgenbild und ein MRT schon wichtig, um das Ganze genauer zu beurteilen zu können.

00:18:18: Was wir gerade noch nicht so gesagt haben, sind wir ein bisschen durch die Lappen gegangen, also habituell für diejenigen, die noch nicht so ganz weit im Studium sind, bedeutet, das ist angeboren, also durch den Habitus bedingt, also dadurch, wie eben die Gelenkpartner zueinander geformt sind und traumatisch ist klar, ist durch den Unfall bedingt.

00:18:39: Wenn ich jetzt einen Patienten habe, ich habe das Gefühl, er hat eine Patella-Luxation, der hat Schmerzen, die Patella steht irgendwie ganz komisch lateral.

00:18:46: Was mache ich mit dem?

00:18:47: Muss ich den liegen lassen, in der Kose reponieren oder auf den Oberarzt warten, der kommt?

00:18:53: Wie gehe ich davor?

00:18:56: Also aus meiner Erfahrung ist es am wichtigsten mit dem Patienten zu reden und auf den wirklich einzugehen und ihn zu beruhigen.

00:19:05: Und wenn man ihn ja beruhigt hat, auch wenn er Schmerzen hat, wenn man dann versucht, ihm mit... Ja, zu teilen, dass man das Kniegelenk langsam streckt und das Ganze sich dann von selbst löst, dann akzeptieren die das wirklich gut.

00:19:22: Also meistens ist das alles entscheidend, dass man auf die Patienten eingeht.

00:19:28: Klar kann man den Medikament geben vorher, um das Ganze auch noch mal zu lindern, aber die werden auch so Schmerzen haben.

00:19:36: Das Wichtigste ist aus meiner Sicht mit den Patienten zu reden.

00:19:40: Genau, also die Empathie ist wirklich das aller, aller wichtigste Schmerzmittel und keine Angst vor der luxierten Partelle.

00:19:45: Ihr macht das bei ein Gerat und die Partelle springt rein und man ist der Held, als behandelt in der Arzt.

00:19:50: Und auch keine Angst haben wegen des möglichen Knorpelschadens.

00:19:54: Natürlich kann ein Knorpelstückchen abschärmen bei der Luxation und bei der Reposition.

00:20:00: Es ist aber keine Option, die Partelle luxiert stehen zu lassen.

00:20:05: Das abgeschärte Knorpelfragment bei der Reposition, da glaube ich nicht so richtig dran.

00:20:10: Das ist so ein schonendes Verfahren.

00:20:12: Ich glaube, das passiert eher im Rahmen der Luxation.

00:20:17: Ich finde die Bildgebung von der Partella-Luxation und dann auch die daraus sich resultierende operative Versorgung, die ist wirklich sehr komplex für Studierende und glaube, dass man das in Richtung Facharztausbildung auch verschieben kann.

00:20:34: Euch das interessiert, dann lest mal nach oder schaut euch an die sogenannte MPFL-Plastik.

00:20:40: Aber das ist nun wirklich sehr komplex und auch die ganzen Parameter, die man dann im MRT bestellt mit Abständen.

00:20:48: Das geht doch hier deutlich über das hinaus, was man, denke ich, in einem Examen oder in einer Klausur wissen muss.

00:20:54: Aber wenn man weiß, es gibt eine traumatische und eine habituelle Partella-Luxation, dann ist das, denke ich, schon sehr viel gewonnen.

00:21:02: So, die Gonadrose, also die Adrose im Kniegelenk, wem betrifft die denn?

00:21:09: Ja, auch hier leider kann es alle treffen.

00:21:13: Die Gonadrose ist eine chronisch degenerative Gelenkertrankung, die vor allem den älteren Menschen betrifft, aber auch posttraumatisch viele junge Menschen betrifft, sodass man da auch keinen Alter so richtig festlegen kann.

00:21:30: Entscheidend ist, vor allem die Klinik, dass die Patienten einen Anlaufschmerz haben, aber auch einen Belastungsschmerz haben.

00:21:40: Patienten klagen häufig über Nachtschmerz.

00:21:43: Die schmerzfreie G-Strecke ist deutlich reduziert.

00:21:47: Und meine wichtigste Frage für die Patienten ist, ist die Lebensqualität durch das Kniegelenk eingeschränkt.

00:21:54: Stehe ich morgens auf und habe Angst, wie mein Tag wird wegen meinem Kniegelenk.

00:21:58: Und dann sind wir an einem Stadium, wo wir sagen, okay, Das Kniegelenk ist deutlich verschlissen und wir müssen jetzt gucken, wie weit wir das therapieren.

00:22:07: Das ist ein ganz wichtiger Hinweis, also nicht das Röntgenbild entscheidet, wann wir operieren, sondern der Patient entscheidet das.

00:22:14: In der Regel ist es ja so, wenn die Patienten kommen, ist es irgendwie so weit.

00:22:17: Also keiner kommt mit Knieschmerzen, weil er nur mal so eben gucken lassen möchte.

00:22:20: Das gibt es natürlich auch, aber bei den meisten ist ja dann schon der Leidensdruck so groß, dass da auch der Wunsch in Richtung einer Therapie geht.

00:22:30: Ist das bei der Kniegelenksatrose denn so wie bei der Hüfte, dass sich der Schmerz manchmal auf das benachbarte Gelenk projiziert und die Patienten eigentlich wegen Beschwerden im Hüftgelenk kommen, aber eigentlich ist das Knie der Ausblöser oder ist das da nicht so?

00:22:44: Nie, ist auf jeden Fall sehr häufig so.

00:22:46: Also das haben wir nicht selten.

00:22:49: Auch manchmal fortlaufende Schmerzen zum Sprunggelenk oder vom Sprunggelenk nach oben ziehen.

00:22:57: Man muss schon die Patienten dezidiert untersuchen.

00:23:01: und gucken wo der Hauptschmerz ist.

00:23:04: Das ist schon wichtig.

00:23:06: Zusätzlich muss man natürlich auch die Diagnostik, die bildgebende Diagnostik ergänzen.

00:23:11: Hier ist es mir wichtig zu sagen und den Studierenden mitzugeben.

00:23:17: dass ein MRT immer noch kein Goldstandard für die Arthrose-Diagnostik ist.

00:23:22: Wir erleben das tagtäglich, dass die Patienten mit einem MRT kommen.

00:23:26: Aber ein Röntgen in zwei Ebenen bzw.

00:23:29: eine zusätzliche Ganzbeinstandaufnahme ist wesentlich wegweisender für uns und auch erforderlich.

00:23:39: Manchmal kann man auch die Rosenbergaufnahme machen zusätzlich, aber vor allem die fertiliologische Diagnostik in zwei Ebenen ist entscheidend.

00:23:47: Was wäre eine Rosenberg-Aufnahme?

00:23:49: Die Rosenberg-Aufnahme ist, wenn man das Kniegelenk in einer Flexion aufnimmt, also eine anterioposteriostralen Gang in der Flexion macht, um vor allem die anteromediale Arthrose festzustellen.

00:24:06: Manchmal ein Patient zu dir in die Sprechstunde kommt und du stellst fest, der hat eine Kniegelenksarthrose, der hat auch ein Behandlungswunsch, aber sagt, eine Brothese möchte ich noch nicht haben.

00:24:18: Und ich möchte auch sonst nicht operiert werden.

00:24:21: Gibt es da Möglichkeiten konservativ, die zuverlässig helfen?

00:24:27: Ja, also da gibt es auf jeden Fall konservative Therapiemöglichkeiten, die man machen kann.

00:24:32: Ich aus meiner persönlichen Handhabung versuche auch fast alle Patienten erstmal in eine konservative Runde.

00:24:40: zu bringen, auch wenn die dann nach drei Wochen teilweise kommen und sagen, hey, es geht nicht mehr.

00:24:45: Aber konservativ sollte man vor allem einmal anfangen.

00:24:49: Da gibt es Möglichkeiten, zum Beispiel bei einer Beinachsenkorrektur, die man, also eine Beinachsenkorrektur, die man machen kann mit Einlagen oder mit Autiesen, wenn die Patienten zum Beispiel ein Varusbein haben und eine mediale Arthrose haben, dass man das Kniegelenk ein bisschen oder die Beinachse ein bisschen in Walgus stellt mit diesen Hilfsmitteln.

00:25:10: Diese Möglichkeit gibt es damit, dass mediale Kompatiment entlastet wird, zusätzlich antientzündliche Schmerzmittel nehmen wie NSA-Rs.

00:25:18: Physiotherapie, vor allem gezielte gute Physiotherapie hilft häufig, dass man die Muskulatur stärkt, dass man die Beweglichkeit verbessert.

00:25:29: Also auf jeden Fall ausnutzen aller konservativen Therapiemöglichkeiten.

00:25:34: Ganz billige konservative Therapiemöglichkeit bei nicht wenigen Patienten ist abnehmen.

00:25:41: Die Knieschmerzen gehen da wirklich deutlich runter.

00:25:44: Wobei ich damit nicht sagen würde, dass jeder Patient mit der Kniegelenkstatur übergewichtig ist.

00:25:49: Aber häufig geht das ja miteinander einher.

00:25:51: Kann man ja auch gar nicht verhindern.

00:25:52: Man kann nicht mehr so aktiv sein wie früher.

00:25:55: Und dann nimmt man dann einfach zu.

00:25:57: So einfach ist das ja.

00:26:00: So gut, wir sind schon am Ende unserer Zeit angekommen.

00:26:04: Ich möchte es nochmal so ganz kurz zusammenfassen, was wir hier herausgearbeitet haben.

00:26:10: Also das Kniegelenk besteht aus den Gelenkpartnern, Oberschenkeknochen, Femur, dem Schienbeinknochen, der Tibia und der Kniescheibe, der Patella, wird stabilisiert durch die Kreuzbänder, die Kollateralbänder und durch die Retinakula und die Muskulatur.

00:26:25: Die Menisken dienen als Stoßdämpfer, aber auch um Scherkräfte im Kniegelenk aufzunehmen.

00:26:32: Und wir haben vier wichtige Verletzungen besprochen, nämlich einmal die Kreuzbandrupturen und haben dort festgestellt, nicht das Allteils entscheidend für die mögliche operative Therapie, sondern der Anspruch des Patienten bei den Miniskusrupturen ganz wichtig reparieren statt resizieren.

00:26:52: Bei den Patella-Luxationen, das man unterscheidet zwischen der Habituellen, also der durch Form der Gelenkpartner angelegten Patella-Luxation und der Traumatischen und bei der Kniegelenksartrose.

00:27:07: dass wir zunächst einmal alle konservativen Maßnahmen ausschöpfen und ansonsten dann die durch die Abnutzung der Gelenkfläche entstandene Arthrose auch von der Ursache und dem Alter des Patienten entsprechend behandeln.

00:27:22: Da gehen wir aber nochmal im gesonderten Podcast darauf ein, weil das sprengt jetzt hier einfach den Rahmen, das ist so vielfältig.

00:27:29: Bei Gelenkschmerzen am unteren, an der unteren Extremität gibt es den Schlaumeuerspruch, vergiss nie das Knie.

00:27:35: Also wenn da irgendwo Beschwerden sind und man findet im Hüftgelenk oder im Sprunggelenk, die jetzt den Patienten wehtun, keine Ursache immer noch mal nach dem Knie schauen.

00:27:45: Jammer.

00:27:46: Vielen Dank, hat mir viel Spaß gemacht.

00:27:48: Und euch zu Hause, viel Spaß mit der Folge.

00:27:51: Und wenn ihr Fragen habt, schreibt uns gerne einen Mail.

00:27:54: Tschüss.

00:27:55: Tschüss, mir hat es auch viel Spaß gemacht.

00:28:01: Untertitel im Auftrag des ZB.

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