Wirbelsäulenverletzungen verstehen

Shownotes

Rückenschmerz nach Sturz, neurologische Ausfälle oder Hochrasanztrauma – wann wird aus einer Verletzung ein echter Notfall der Wirbelsäule? In dieser Folge von Knochenschrauber sprechen Sven-Oliver Dietz und Tobias Nowak über die Diagnostik und Therapie von Wirbelsäulenverletzungen – praxisnah, verständlich und mit Fokus auf das, was Medizinstudierende in den klinischen Semestern wirklich mitnehmen sollten.

Gemeinsam gehen wir Schritt für Schritt durch:

• typische Unfallmechanismen • die klinische und neurologische Untersuchung • wichtige Red Flags in der Notaufnahme • Bildgebung von Röntgen bis CT und MRT • zentrale Klassifikationen von Wirbelsäulenverletzungen • konservative und operative Therapieoptionen • und die Frage, wann schnelles Handeln entscheidend für das neurologische Outcome ist.

Außerdem sprechen wir darüber, warum Wirbelsäulenverletzungen oft mehr sind als „nur Rückenschmerzen“, welche Fehler jungen Kolleg:innen häufig passieren und weshalb strukturiertes Vorgehen gerade in der Akutsituation so wichtig ist. Eine Folge für alle, die die Wirbelsäule nicht nur aus dem Anatomiesaal kennen wollen, sondern verstehen möchten, wie moderne Wirbelsäulenchirurgie und Notfallversorgung im klinischen Alltag funktionieren.

In diesem Podcast werden Inhalte der curricularen Lehre, aber auch Themen, die für Studierende der Humanmedizin und alle, die sich informieren wollen, interessant sind behandelt. Sven-Oliver Dietz, Oberarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie (ZOU), ist Host dieses Podcast. Zusammen mit seinen Interviewgästen nimmt er Euch mit in den klinischen Alltag am ZOU, bespricht mit ihnen praxisnah relevante Krankheitsbilder, diagnostische und therapeutische Prinzipien sowie typische Fallbeispiele – fundiert, verständlich und auf Augenhöhe.

Wir freuen uns über Euer Feedback an knochenschrauber@unimedizin-mainz.de.

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Transkript anzeigen

00:00:04: Herzlich willkommen zu Knochen-Schrauber, dem Podcast aus dem Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz.

00:00:14: Mein Name ist Sven Oliver Dietz.

00:00:16: ich bin Unterrichtsbeauftragter im Zentrum von Orthopädie und Unfachirurgien und host dieses Podcast.

00:00:22: Heute ist mein Kollege Tobias Nowak zu Gast.

00:00:25: Hallo Tobi!

00:00:27: Hallo Olli vielen Dank für die Einladung.

00:00:30: Tobi du bist ja bei uns unter anderem für die Wirbelsäunchirurgie verantwortlich.

00:00:37: Wie ist das?

00:00:38: Wie kommt man dazu, Wirbelsang-Kirurgie zu machen.

00:00:42: Passiert das so aus Versehen durch Zufall oder war das von Anfang an ein Ziel von dir?

00:00:48: Ja gute Frage!

00:00:50: Also ein primeres Ziel war es nicht sondern es hat sich im Verlauf meiner Facharzt-Ausbildung so rauskristallisiert.

00:01:00: Ich bin langsam in die Wirbelsäulenchirurgie eingetaucht, eingebunden worden und habe irgendwann dann Spaß dran gefunden und habe mein Wissen vertieft, habe viele Erfahrungen gesammelt hatte, viele klinische Lehrer auch, die mir unterschiedliche Gesichtspunkte beigebracht haben.

00:01:23: ja und irgendwann war die Wirbesäule dann mein Thema.

00:01:27: Das ist ja so ein Gebiet, wo man extrem präzise arbeiten muss und auch wahnsinnig viel Erfahrung generieren muss.

00:01:35: Das hast du gerade gesagt.

00:01:36: Du hattest verschiedene Lehrer die dich da weitergebracht haben.

00:01:40: Ist das tatsächlich so wie man als Studierender denkt dass jeder Millimeter entscheidend ist?

00:01:47: Ja kommt immer auf die Region an.

00:01:50: Das ist natürlich immer in Nähe des Rückenmarks, in Näht zum Spinalnerven schon Millimeterarbeit.

00:01:59: Es ist auch manchmal weniger als Millimeterarbeit, wenn ich daran denke dass sich auch mal durer Verletzungen nähen muss dann handelt es sich da um Häutchen und einen Faden den man nur unter Mikroskopbedingungen sehen kann.

00:02:16: also es ist auf jeden Fall eine sehr genaue exakte Arbeit

00:02:21: Was ja mal wieder zeigt, dass unser Fachorthopädie-Unfallchirurgie nicht nur dieses grobe Handwerk ist was immer unterstellt wird sondern durchaus auch ganz feinsinnig und feinmechanisch funktioniert.

00:02:34: Wir wollen heute nicht so sehr über die degenerativen Erkrankungen sprechen da machen wir mein eigenem Podcast drüber sondern wir wollen ein bisschen den Fokus auf die traumatischen Verletzungen legen.

00:02:50: Ganz spannend ist es so, die Überlegung was mache ich wenn jetzt so ein Patient in die Notaufnahme zu mir kommt.

00:02:56: Nehmen wir mal an zu mir kommten Patienten ist normal arbeitsfähiger junger Mann der ist von einer Leiter gefallen aus anderthalb oder zwei Meter Höhe direkt auf den Rücken aufgeprallt hat jetzt starke Rückenschmerzen und wird immobilisiert vom Rettungsdienst eingeliefert.

00:03:15: Aus deiner Sicht als Würbe soll ich Jurok welche Untersuchungen machst du zuerst?

00:03:21: Also der Patient kommt, er liegt auf einem Spineboard.

00:03:24: Er ist maximal gesichert.

00:03:26: und was natürlich immer als erstes interessiert Sensibilität ist die vorhanden Durchblutung motorig.

00:03:35: Das ist das was wir Peripher uns natürlich sowohl an der unteren als auch an der oberen Extremität anschauen Und dann ist es schon so, dass wir bei so einer Geschichte eine Bildgebung haben wollen.

00:03:50: Das ist typischerweise bei uns das Schockraum CT, sodass ich da von der Locke bis zur Socke quasi mal die Bildgebungen habe und genau sehen kann, isst er ein Wirbelsäulenabschnitt betroffen und dann weitere Schlüsse daraus ziehen kann.

00:04:11: Das denke ich auch, dass in dem Szenario wie ich es geschildert habe.

00:04:14: Also ein Sturz aus größerer Höhe oder so einen Hochrasenstrauma wäre ein CT und möglicherweise dann auch der Schockraum-CT indiziert.

00:04:24: Wenn wir jetzt mal an Patienten denken, der vielleicht fußläufig kommt weil er gar nicht so sehr ... also was da schon Schmerzen hat aber noch nicht eingeschränkt ist, hat dafür dich das konventionelle Röntgenbild auch noch eine Wertigkeit?

00:04:37: Denkst du, dass man eher gleich aufs CT gehen sollte?

00:04:41: Na ja.

00:04:43: Initial muss man natürlich immer wenn einer gelaufen kommt erstmal die klinische Untersuchung machen.

00:04:49: das ist klar.

00:04:50: ein normales Röntgen hat immer auch eine Wertigkeit.

00:04:54: wir können hier grobe Pathologien ausschließen ich sage mal gerade so was wie ne Osteolüse im Sinne einer Metastase von anderen Erkrankungen oder eben auch eine osteoporotische Fraktur, die ohne ein großes Trauma entsteht.

00:05:11: So dass wir hier in einem Röntgenbild in zwei Ebenen Kyphosierungen sehen können.

00:05:17: Wir können auch Achsabweichungen sehen.

00:05:20: also das hat durchaus noch eine Wertigkeit.

00:05:23: und auch für die Verlaufskontrolle bei einer osteoporotischen Fraktur, die konservativ therapiert wird ist eine stehende Aufnahme, eine Belastungsaufnahme von guter Wertigkeit.

00:05:37: Also wenn ich es jetzt nochmal zusammenfasse, wenn ein Patient kommt egal ob hoch- oder niederenergetisches Trauma... Die klinische Untersuchung steht immer am Anfang wo wir dann gucken wie ist die Motorik und wie ist sie Sensibilität?

00:05:49: Die Unterscheidung für welche Höhe ich jetzt welchen Kennmuskel oder welches Kendermatom habe Das ist in einem Podcast total ungünstig darzustellen, das kann man auch supergut nachlesen.

00:06:02: Aber ich glaube was man mitnehmen muss die Klinik untersuchen kommt immer an erster Stelle.

00:06:06: also mit Motorik Sensibilität Reflexe prüfst du dir auch oder?

00:06:11: Wir

00:06:11: prüfen auf die Reflexes klar

00:06:14: beim Schockraum vielleicht nicht unbedingt zuerst aber bei jemandem der Haufen kommt dann schon und dann machen wir die Bildgebung geht es für mich eigentlich los, wofür wir auch wahnsinnig häufig gefragt werden bei Konsilen mit der Wirbelkörperfraktur.

00:06:32: Die Wirbel-Körperfaktur das wirkt ja jetzt auf alle die nicht aus unserem Fach kommen oder aus der Neurochiorgie als ein wahnsinnigt bedrohlicher Zustand.

00:06:43: Erklär doch mal bei den Wirbelkorbafrakturen welche Kriterien gibt es da dass man von einer stabilen oder von einer instabilen Fraktur spricht?

00:06:54: Also es gibt unterschiedliche biomechanische Konzepte zur Wirbelsäule, zur Wirbesäulen-Stabilität.

00:07:02: Das Einfachste ist mal das drei Säulmodell so dass wir den Wirbelkörper als die vordere Säule sehen des Rückenmark und der zugehörige Bandapparat ist die mittlere Säule und dann diese Dorsalenstrukturen sind die hintere Säulen.

00:07:23: Also zusammengefasst,

00:07:24: der Wirbelkörper ist die vorderer Säuble, die Petitgelt, um das Rückenmark herum gehen vom Knochen her die mittleren Säue und die Dornfortsätze die Dorsaleseule.

00:07:35: Zu was gehören die Facettengelenke denn?

00:07:38: Die Gelenke zwischen den Petitgeln?

00:07:41: Die gehören zur hinteren Säule und sind natürlich auch dahingehend ein Stabilitätsindikator, gerade wenn es eben um eine Verletzung geht die dann zwei Säulen betrifft.

00:07:54: Die vordere und die hintere so dass da schon eine relative Instabilität oder auch eine höhere Instabilität vorliegen kann, die dann in der Folge auch wieder operativ versorgt werden muss.

00:08:07: Und gibt es jetzt so eine Faustträge, wenn nur die vordere Säule gebrochen ist?

00:08:11: Ist alles in Ordnung?

00:08:12: oder wenn nur der hinteren Säulen eine Lesion hat.

00:08:15: Ist alles instabil oder ist das zu einfach gedacht?

00:08:18: Das ist ein bisschen zu einfach.

00:08:20: also wir haben natürlich dann noch die Wirbelkörperhöhe.

00:08:26: Wenn sich die Hinterkante sehr in Richtung des Rückenmarks oder der Dura vorwirbt kann auch eine reine vordere, eine A-Fraktur wie wir nach AU-Klassifikation auch sagen.

00:08:39: Kann auch einer operativen Therapie bedürfen.

00:08:43: Auch was noch entscheidend ist... Wo liegt diese Fraktur?

00:08:48: Ist es rein die Ländenwirbelsäule oder ist es der Torra-Kolumbale Übergang, der sehr häufig von Frakturen betroffen ist auch von osteoporotischen Fraktoren.

00:08:58: Hier trifft die relativ rigide Brustwirbels säule auf die sehr bewegliche Ländensäule.

00:09:05: und hier gelten dann nochmal ein bisschen andere Gesetze auch für die Stabilität, sodass man hier auch etwas strenger dann die OP-Indikation stellt.

00:09:17: Du hast gerade die AO-Klassifikation und eine A-Fraktur genannt.

00:09:21: Die A- Fraktur habe ich das richtig verstanden ist eine Fraktur der Wirbelkörper also der vorderen Säule.

00:09:28: Genau

00:09:29: Bei der B-Fractur ist dann die vordere Säuler auch betroffen.

00:09:33: Und wie geht es denn?

00:09:34: Was ist noch betroffen?

00:09:36: Und die Dorsalen Strukturen, das kann der Dornfortsatz sein.

00:09:40: Das kann die Lamina sein wo eine Frakturlinie reinzieht oder eben auch die Facettengelenke pittickel.

00:09:51: Also es ist eine Fraktur die von vorn nach hinten vollständig durchgeht.

00:09:54: und die Typ C-Fraktur was unterscheidet die dann nochmal von der B-Fractur?

00:09:59: Bei der Typ C Fraktur haben wir da noch einen gewissen Luxationsmechanismus dazu und vielleicht auch eine Dislocation, dann auch mit potenziellem Schaden des Rückenmarks oder der Dura.

00:10:14: Das wäre also schon mal so ein Algorithmus.

00:10:16: wenn ich jetzt einen CT- oder einen Röntgenbild von einem Patienten anguckguckig ist nur die vordere Säule kaputt, da habe ich eine Typ A Fraktur in die Fraktur die vorderen und hintere S säule betrifft, dann eine Typ B Und wenn zusätzlich noch eine Luxationskomponente dabei ist dann eine Typ C-Fraktur.

00:10:33: Genau,

00:10:34: okay und von A nach Z wird es immer instabiler.

00:10:37: so kann man sagen ja

00:10:38: ok jetzt habe ich meinen Patienten ich habe den klinischen untersucht.

00:10:43: ich hab jetzt ne Röntgendiagnostik.

00:10:45: nehmen wir mal an Ich habe eine Typ A Fraktur.

00:10:47: bei einem Patienten der keinen neurologischen Ausfall hat aber der hat Schmerzen muss ich den schnell operieren?

00:10:55: oder was mache ich mit dem Patienten weiter?

00:11:03: muss das klinisch in Zusammenhang bringen, welche Beschwerden hat er?

00:11:08: Auf welcher Höhe sitzt diese Fraktur?

00:11:10: und kann wenn ich die Idee habe das konservativ zu therapieren ihm eine Ortese angedeihen lassen.

00:11:21: Und dann eben im Verlauf wenn er mal ein bisschen belastet hat einen zwei drei Tage eine Verlaufskontrolle machen Und dann entscheiden, bleibt dieser Wirbelkörper diese Fraktur so stehen?

00:11:34: Oder entsteht eine Dislocation?

00:11:37: und wir müssen doch sekundär nochmal überlegen ob wir da nicht bessere Stabilisierung machen.

00:11:42: Okay also wichtig ist man muss am Ball bleiben mit den Patienten in einer kompetenten Betreuung und Überwachung lassen.

00:11:48: Genau!

00:11:50: Bei einer Typ B-Fraktur ohne Neurologie würdest du den mitten in der Nacht operieren oder sagen Na ja, den kann auch am nächsten Tag das ausgeschlafene Team versorgen.

00:12:03: Oder wie ist da dein Vorgehen?

00:12:05: Also B-Fraktur ohne Neurologie kann man durchaus am nächsten tag unter kontrollierten Bedingungen versorgn.

00:12:13: Das muss nicht in der Nacht sein.

00:12:17: Stichwort eben.

00:12:18: ohne Neurologie kommt eine Neuroologie dazu würde man das ganze anders interpretieren.

00:12:24: Da würde dann doch eher zügiger zur Tat schreiten und schauen, dass man irgendwo eine Reposition vornimmt oder auch Druck vom Rückenmark entfernt und eine Stabilisierung zeitnah macht.

00:12:39: Okay!

00:12:41: Wenn wir jetzt noch mal zu unserem Patienten weitergehen – also wir haben den jetzt soweit eingeordnet der hat keine Neurologie.

00:12:48: das heißt wir haben Zeit Wir können ihn gründlich vorbereiten nochmal ... dem Experten vorstellen, der dann vielleicht am nächsten Tag erst verfügbar ist.

00:12:56: Und müssen da gar nicht auf einmal ... ... aktionistisch werden.

00:13:02: Bei den Typ C-Frakturen denke ich es ist sehr selten dass wir ein Patient mit einer Typ C Fragtur ohne Neurologie haben.

00:13:09: das ist denke ich die Ausnahme.

00:13:12: also die haben eigentlich fast immer ein neurologisches Defizit und... Da ist es.

00:13:18: aber um das jetzt glaube ich nicht zu verkomplizieren oder zu sehr zu vereinfachen, muss man schauen was hat der Patient sonst noch für Verletzungen bei einem Typ C-Fraktur?

00:13:29: als isolierte Verletzung ist ja nicht so wahnsinnig häufig.

00:13:33: Das sind ja doch häufiger Patienten mit dem Politrauma die vielleicht andere lebensbedrohliche Erkrankung haben und da muss man dann im Team und in der Zusammenschau des Verletztungsbildes die Versorgungsreinfolge festlegen.

00:13:47: Kommt die Verbessolle immer zuerst?

00:13:49: Nein, die Verbesserle kommt natürlich nicht immer zu erst.

00:13:53: Wie aus dem Schockraum Algorithmus eben auch abzuleiten ist muss prima eben auch das Leben gesichert werden.

00:14:02: und ich sage mal andere instabile Verletzungen beispielsweise eine Beckenfraktur eben dann auch mal zuerst stabilisiert werden, Extremitätenfrakturen mit drohenden Verlust des Beins oder so.

00:14:20: Das wird im Fixateur stabilisiert und dann kann man nach allgemeiner Stabilisierung des Patienten zur Tat schreiten und die Wirbelsäule machen.

00:14:29: Man muss ja auch dazusagen gerade in der Notfallsituation.

00:14:32: die Versorgung der Wirbels säule Insbesondere der Brust- und Lendenwirbelsäule erfolgt ja in aller Regel von Dorsal.

00:14:39: Das bedeutet, der Patient muss auf den Bauch.

00:14:41: Und das sind auch nicht unbedingt Operationen die so ...

00:14:45: im

00:14:45: dreißig Minuten gemacht sind.

00:14:46: Das heißt, da bleibt schon eine ganze Zeit auf dem Bauch liegen.

00:14:49: oder es ist natürlich bei einem Patienten, der aus anderen Gründen vielleicht vital gefährdet ist, nicht der günstigste Zeitpunkt so eine Operation durchzuführen?

00:14:57: Das muss man dann denke ich im Team sehen!

00:15:02: Diese drei Säulen Theorie oder das Drei-Säule-Modell, dass wir gerade besprochen haben.

00:15:08: Das wenden wir hier insbesondere für die Brust und Lendenwirbelsäule an.

00:15:14: An der oberen Halswirbels säule gibt es ja noch ganz andere Frakturen von denen denke ich jeder die Denzfrakturen schon mal gehört hat – der Denzaxis.

00:15:24: Kannst du da nochmal eine Klassifikation erklären, die es da gibt und wie man da die Diagnostik am günstigsten

00:15:34: macht?

00:15:35: Also obere Halswirbesäule.

00:15:37: Die DENS-Fraktur ist ne häufige Fraktur des älteren geriatrischen Patienten.

00:15:42: der stürzt häuslich.

00:15:44: Low Energy Trauma prallt mit dem Kopf beispielsweise gegen den Tisch oder gegen eine Kante irgendwo Und kommt dann relativ stabil bei uns in der Notaufnahme an und man sieht dann schon entsprechend der Prämmarke, dass man Bildgebung machen muss.

00:16:08: Bildgebungen bedeutet hier bei diesem Patienten gut wir machen einen CT von Schädel- und Halswirbelsäule mit und können dann eben Frakturen bestätigen oder ausschließen.

00:16:20: die Denzfraktur ist dann so das es klassischerweise die Anderson-Klassifikation gibt, wo wir die Typ I Frakturen haben, die eher so die Spitze des Dents betreffen.

00:16:35: Die eher keine OP Indikation darstellen.

00:16:38: dann haben wir die Type II Frakturen, die durch die Basis des Dends verlaufen häufig eben eine instabile Komponente haben, sodass der Atlas gegen den Axis sich auch verschieben kann und potenziell hier die Bedrohung für das Rückenmark auf dieser Höhe besteht.

00:17:00: Und dann haben wir die Typ drei Frakturen, die noch etwas weiter in die Basis ziehen.

00:17:05: Hier ist es auch so dass da mitunter je nach Frakturtyp eine instabile Situation vorherrscht besser die Operation durchführt.

00:17:17: Ich glaube, was jetzt an deinen Ausführungen super wichtig war gerade für die Studierenden ist wenn ein älterer Mensch gestürztes und einen Stirn oder Kopfanprall hatte dass man auf keinen Fall vergisst die Halsböbelsolle mit zu untersuchen.

00:17:30: Wenn man sich dann nur auch den Kopf beschränkt kann man doch eine relevante Verletzung der Halsbirbelsäule untersuchen Und das ist ja das, was wir ganz häufig sehen.

00:17:39: Die Patienten kommen gar nicht wegen ihrer Nackenschmerzen sondern die kommendweise eine klaffende Platzwunde an der Stirn haben.

00:17:46: und das zu übersehen, dass es natürlich ungünstig weil du hast es ja gesagt Das kann ja von den neurologischen befunden dann sich rapide verschlechtern wenn da auf einmal Instabilität auftritt.

00:18:00: Was hätten sie denn?

00:18:02: für Befunde oder würden die Versterben an den Komplikationen, womit würde das beginnen?

00:18:11: Also natürlich bezogen auf intrazereprale Blutungen durch den Sturz.

00:18:16: Haben Sie dieses Risiko einer intrazerepralen wie auch immer Blutung, die auch mal über einen längeren Zeitraum sich ausbilden kann und dann neurologische Defizite herbeiführen kann.

00:18:31: Rein von der Denzfraktur ist es.

00:18:35: Ich sag mal, wir haben eine einfache Dänzfraktur und dies übersehen.

00:18:39: Und der Patient stürzt wieder.

00:18:41: was passiert dann?

00:18:42: Dann kann natürlich so eine Dänzwraktur auch das Rückenmark schädigen.

00:18:47: Was dann auf dieser Höhe bedeutet?

00:18:48: ein hoher Querschnitt und damit lebensbedrohlich für die Patienten Altersklasse aber auch für jeden anderen Patienten.

00:18:58: Also da auf jeden Fall mitnehmen, nur weil der Patient wegen der Kopfplatzwunde kommt ist eine Halsbibelsäulenverletzung nicht ausgeschlossen sondern muss bildgebend ausgeschlossen werden.

00:19:10: Ist es denn wenn man das operativ versorgen muss?

00:19:13: Eine sehr aufwendige Operation?

00:19:15: Ich stelle mir das schwierig vor.

00:19:16: oder ist das eher eine minimalinvasive Operation?

00:19:22: Also die obere Halswirbelsäule ist schon eine relativ schwierige Operation.

00:19:27: Die würde jetzt nicht der Anfänger der Wirbelsäulicherogie durchführen, das auf jeden Fall eine Operation, die wir in einer Mayfield-Lagerung machen müssen.

00:19:38: Das heißt, der Kopf wird in einen Bügel eingespannt so dass die Halswirbelsäulen frei ohne Tisch zu röntgen sind.

00:19:48: Die typische Stabilisierung ist eine Dorsale-Stabilisierung des Atlas und des Axis.

00:19:55: Sie werden jeweils mit zwei Schrauben versehen, über einen Längsgestänge dann miteinander verbunden.

00:20:02: Wir sagen dazu OP nach Harms, Dorsal C-I-II Sponylodese.

00:20:09: Und das ist eine interessante Operation weil wir hier oben im Bezug oder in Nachbarschaft zum Gehirn relativ viele Gefäßversorgende Plätzen haben, die dann eben auch sehr stark bluten können und dementsprechend ist die Operation eine gewisse Herausforderung.

00:20:34: Der normale Patient übersteht das aber in der Regel ganz gut am nächsten Tag wieder so, dass er mobilisiert werden kann und wieder belastbar sein wird.

00:20:47: Du hast jetzt gesagt, so eine Operation ist schwierig und das macht nicht der Anfänger und es ist ja auch ganz klar, dass das so ist.

00:20:53: Und wenn man nochmal an Anatomie denkt und sich vielleicht noch mal ein Anatomiatlas rausholt dann sind diese Petikeln die man da die Schrauben rein machen soll oder die Wirbelkörper in denen die Schroben greifen sollen.

00:21:05: Das ist dreidimensional ganz schön schwierig.

00:21:08: Halswirbelsäule liken, wer es noch kennt.

00:21:10: Da läuft dann auch die Atheria vertebrales durch irgendwelche Phoramina durch und das sind ja nun wirklich lauter Strukturen, die man verletzen kann.

00:21:19: Welche Rolle spielt da für dich die Navigation oder die Robotik in der Wirbelsäulenchirurgie?

00:21:26: Also dazu muss man sagen, die Navigation ist eine große Hilfe für die Wirbelsäusenchirurgy.

00:21:33: Sie ist ein mächtiges Tool um die Qualität der Schraubenplatzierung hochzuhalten, aber auch in gewisser Weise eine Ausbildung zu vermitteln.

00:21:46: Wenn man sich damit beschäftigt wenn man diese Navigation plant im Vorfeld und dann auch durchführt lernt man dabei wie man die Schraube richtig setzt und wie man es gut überprüft.

00:21:58: Die Ausnahme von der Navigation stellt aber die obere Halswirbelsäule da.

00:22:04: Gerade der Atlas, der ist durch seine Funktion und durch seine Lage so quasi im Weichteil gelagert dass er sich sehr stark bewegt wenn man mit einem Instrument ihn berührt.

00:22:20: das spricht gegen die Navigation.

00:22:22: zur Navigation verwenden wir eine CT eine CT Aufnahme die vorher gemacht wurde Und wenn wir dann aber den Atlas bewegen, haben wir die Referenz verloren.

00:22:35: Das heißt dadurch dass er hoch beweglich im Gewebe ist spielt eigentlich die Navigation hier gar keine Rolle.

00:22:44: Okay das ist ja ganz wichtig zu hören.

00:22:48: also die Navigation ist in der Wirbelsäunchirurgie extrem wichtig Aber an der oberen HWS hat sie eigentlich im Moment sich durchführen keinen Stellenwert Weil wir als Referenz einen Zustand verwenden, wie er zu Beginn der Operation ist und wenn der Patient bewegt wird – aber das ja auch an anderen Stellen bei der Navigation.

00:23:11: Dann hat man den Schlamassel, dann muss man das CT wiederholen.

00:23:14: Das müsste man ja dann, wenn ich dich verstanden habe, Atlas permanent machen.

00:23:19: Also man müsste sich permanent CT machen umzusehen Wo der liegt, das ging ja von der Strahlenbelastung oder auch der Logistik gar nicht.

00:23:25: Ja

00:23:25: es macht keinen Sinn und da ist eben auch so wie du schon gesagt hast die Petikel sind so fein und die Strukturen sind so klein dass man da eben kein Risiko eingehen kann.

00:23:37: also da braucht man schon noch diese Fingerfertigkeit braucht die anatomischen Landmarks und dann ist die Operation gut ohne Navigation durchzuführen.

00:23:47: Genau auch wenn er sich jetzt für die Studierenden vielleicht ein bisschen weit führt.

00:23:50: aber Meine Meinung zu Navigation ist, man sollte auch wenn ich die Navigation für sehr wichtig halte und für ein tolles Instrument auch ohne Navigationen die Operation können weil so ein Gerät kann immer mal ausfallen.

00:24:04: Und manchmal funktioniert es auch nicht.

00:24:06: und dann muss man schon als Operateur bemerken dass das was das Gerät einem gerade vorschlägt überhaupt nicht logisch ist und immer kritisch bleiben gegenüber diesen Hilfsmitteln die wir da haben.

00:24:19: Aber das wird jetzt vielleicht ein bisschen zu weit.

00:24:21: Jetzt hatten wir die initiale Untersuchung der Patienten besprochen und auch herausgestellt, dass es eigentlich den allerwichtigsten Stellenwert hat.

00:24:29: Da machen wir die Bildgebung, interpretieren die... da machen wir vielleicht eine Operation, die du ja beschrieben hast mit diesem schrauben Stabsystem also eine Versteifung von mehreren Bewegungssegmenten in der Wirbelsäule oder von einem oder mehreren je nachdem was wir für eine Operation durchführen.

00:24:47: Und wie geht es dann in der Nachbehandlung weiter?

00:24:48: Dürfen die Patienten voll belasten?

00:24:51: Ja, und die Patienten dürfen voll belassen.

00:24:54: Das ist ja insgesamt in der Unfallchirurgie das Ziel dass wir keine großen Immobilisierungen durch unsere Chirurgien erzeugen wollen sondern... Die Patienten sollen so stabil versorgt sein, dass sie sofort wieder belasten können.

00:25:13: Dass sie trainieren können und ihre Stabilität eben durch die Muskulatur erhalten wieder trainieren kann.

00:25:23: Und das ist in der Wirbelsäulen-Chirurgie ganz genauso wie bei den Extremitäten eine schnelle volle Belastung des Ziels.

00:25:34: Und brauchen die nachzunachstabilisierenden Operation noch ein Korsett?

00:25:40: Kommt immer darauf an, wo die Fraktur ist.

00:25:44: Es ist nicht jede Körperregion ganz gut mit einem Korset zu stabilisieren.

00:25:49: Ich sag mal, wir haben eine LBS-Fraktur.

00:25:55: Da bietet sich immer an so eine Orthese für die Lendenwirbelsäule dann zu tragen.

00:26:01: das schützt einfach ein bisschen, stabilisiert von außen auch nicht für lange.

00:26:06: Wir sagen mal sechs Wochen und da kann man das Ganze wieder abtrainieren.

00:26:11: in der Brustwirbels säule ist es so die Orthesen eigentlich den konservativen Therapien vorbehalten in osteoporotischen Frakturen.

00:26:21: Wenn wir hier stabilisieren, dann können wir in der Regel ohne Orthese weiter behandeln nach der Operation und weiter belasten.

00:26:30: Ähnlich ist es in der Halswebbesäule.

00:26:32: auch hier führen wir also eine richtige Stabilisierung durch, die so stabil ist dass man damit belasten kann.

00:26:41: Man kann in Einzelfällen so eine weiche Halskrawatte anziehen, dass der Patient dafür ein, zwei Wochen einen gewissen Schutz hat.

00:26:53: Manche Patienten benötigen das auch von der Psyche her und da ist es dann ganz hilfreich aber nötig ist es nicht.

00:27:02: Und wie ist es mit Physiotherapie?

00:27:04: Brauchen die das und was müssen sie machen?

00:27:07: Physiotherapy ist immer ... angezeigt nach stabilisierenden Operationen.

00:27:13: Wir haben ja zum einen eben dieses Wirbelsäulen-Knochentrauma, aber die umgebende Muskulatur ist dadurch auch irgendwo geschwächt und die muss auch irgendwie zu einer Heilung angeregt werden und dann wieder eine gewisse Stabilität und Kräftigung erfahren.

00:27:32: Und das geht wunderbar über Physiotherapie und die kann man in der Regel auch schnell durchführen.

00:27:39: nach der Operation muss man nicht, sagen wir mal sechs Wochen abwarten und dann wenn alle Wunden verheilt sind damit beginnen sondern das darf auch zeitnah geschehen.

00:27:50: Gerade auch wenn wir beispielsweise nervale Strukturen irgendwie irritiert hatten und eine gewisse Neurologie dann machen wir nach einer Operation einen Nervenmobilisation.

00:28:00: Das heißt die Extremität wird bewegt und damit verhindert man dass der Nerv Frakturgebiet sich irgendwo verklebt und da langfristige Probleme entstehen.

00:28:15: Also man sieht schon, das ist ja auch ein interprofessioneller Ansatz der da ganz wichtig ist den wir brauchen.

00:28:19: also wir brauchen den Notfallmediziner, der dem Patienten Initial beurteilt dann braucht mit den Wirbelsinnchirurgen die die Operation durchführt, der Radiologe der uns die nötigen Informationen und die guten Bilder liefert hinterher den Physiotherapeuten oder durch die Pflege während der ganzen Zeit auf dem Patienten aufpasst.

00:28:40: Super!

00:28:41: Trubbi, wenn wir zu einem Abschluss kommen... Wenn du Studierenden, die jetzt vielleicht eine Formulatur machen oder ins Bj zu uns kommen, Tipps geben würdest Richtung Behandlung von Patienten mit Wirbelsäuntfrakturen welche drei Dinge?

00:29:01: Würdest du denen mitgeben.

00:29:05: Also erstmal natürlich die körperliche Untersuchung, das ist ganz klar erst mal schauen dem Patient beurteilen dann untersuchen auch mal Hand anlegen und die Extremitäten untersuchen die Muskelkräfte untersuchen vielleicht auch die Reflexe, also das ist auf jeden Fall mal der erste Punkt.

00:29:28: Der zweite ist die Bildgebung.

00:29:30: zur Veranlassung an, die Bildggebung zu denken gerade wenn wir hier sagen auf den Kopf gestürzt und ich denke nicht unbedingt dass sich jetzt die HWS mitmachen muss, da muss ich sagen ja wenn wir ein Schädel CT machen dann macht man auch die Halswirbelsäule mit.

00:29:46: heutzutage ist die Strahlbelastung im CT so runter reguliert gar nicht so viel mehr ist wie ein Röntgenbild.

00:29:57: Ansonsten natürlich ist es auch irgendwo angebracht mit einer potentiell instabilen Wirbelsäulenverletzung ... stabil umzugehen.

00:30:12: Das heißt, wenn ein Patient kommt und vielleicht nicht auf einer Vakuummatrat selekt... ...und nicht auf einem Spineboard.

00:30:19: Es gibt ja die tollsten Dinge,... ...die wir schon erlebt haben in unserer langen Karriere,... ...dann vielleicht auch mal dran denken okay hier stimmt was nicht?

00:30:27: ich lege ihn doch mal... ...auf einen Stretcher, ich leg ihn mal auf einen Spineboards... ...um mache erst einmal Bildgebung.... ...und schaue mir objektiv an ob da etwas kaputt sein

00:30:40: könnte.".

00:30:41: Also ich glaube, wenn man diese drei Dinge beherzigt die du gerade gesagt hast nämlich immer überprüfen ist der Patient adäquat gelagert.

00:30:49: Wenn er zu mir kommt nicht ein Wirbelsaugen Trauma vermute dann eine gründliche und gute Untersuchung macht und schließlich die richtige Bildgebung veranlasse Dann kann eigentlich erst mal nichts passieren Und alle weiteren Schritte kommen ja dann wenn man die Erfahrungen hat unten der Wirbelsäule chirurgiert.

00:31:07: Tobi, vielen Dank.

00:31:08: Wir werden nochmal Podcasts zu degenerativen Themen nachliefern und ich hoffe ihr hattet Spaß beim Zuhören, habt was gelernt und wir freuen uns auf euer Feedback.

00:31:19: Bis dann!

00:31:19: Tschüss!

00:31:20: Vielen Dank!

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