Sportverletzungen

Shownotes

In dieser Folge spricht Mannschaftsarzt PD Dr. Stefan Mattyasovszky von Mainz 05 über die Realität der Sportmedizin: von typischen Verletzungen im Profifußball über Entscheidungen am Spielfeldrand bis hin zu Prävention, Belastungssteuerung und mentaler Stärke. Gemeinsam mit Host PD Dr. Sven-Oliver Dietz geht es um Medizin zwischen Rasen, Reha und Verantwortung. Eine kompakte, ehrliche und praxisnahe Einblicke-Folge für alle, die Sportverletzungen wirklich verstehen wollen.

In diesem Podcast werden Inhalte der curricularen Lehre, aber auch Themen, die für Studierende der Humanmedizin und alle, die sich informieren wollen, interessant sind behandelt. Sven-Oliver Dietz, Oberarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie (ZOU), ist Host dieses Podcast. Zusammen mit seinen Interviewgästen nimmt er Euch mit in den klinischen Alltag am ZOU, bespricht mit ihnen praxisnah relevante Krankheitsbilder, diagnostische und therapeutische Prinzipien sowie typische Fallbeispiele – fundiert, verständlich und auf Augenhöhe.

Wir freuen uns über Euer Feedback an knochenschrauber@unimedizin-mainz.de.

Transkript anzeigen

00:00:04: Herzlich Willkommen zu Knochenschraube, dem Unfallchirurgie- und Orthobedie-Podcast aus dem Zentrum für Orthobedie und Unfallchirurgie der Uni Medizin Mainz.

00:00:15: Mein Name ist Sven Oliver Dietz.

00:00:17: Ich bin Unterrichtsbeauftragender und Oberarzt im Zentrum für Orthobedie und Unfallchirurgie.

00:00:22: Und mein heutiger Gast ist Stefan Matiasowski, der Vereinsarzt der Profilmannschaft von Mainz Nr.

00:00:29: V. Mati.

00:00:31: Schön, dass du da bist.

00:00:32: Wir kennen uns... Ewig, wir haben eben ein bisschen gequatscht.

00:00:36: Wir müssen so zwanzig Jahre sein, die wir uns kennen.

00:00:40: Das ist stark, weil wir bei der S-Five und zwanzig sind gefühlt.

00:00:45: Für die, die dich jetzt nicht kennen, wie gesagt, du bist der Mannschaftsarzt der Bundesliga-Männermannschaft von Mainz Null Fünf.

00:00:52: Kannst du uns kurz erzählen, wie es dazu kam, dass du in den Profisport gegangen bist?

00:00:58: Sehr vielen Dank, Olli, für die Einladung, für mich sehr geehrt.

00:01:01: Tatsächlich bin ich erst vierundzwanzig.

00:01:03: Ich freue mich sehr über die Einladung tatsächlich, weil ich so zurückkehre in meine alte Wirkungsstätte.

00:01:10: Ja, also die Tätigkeit bei den Fußballern war ehrlich gesagt gar nicht groß geplant und gar nicht in meiner Karriereplanung an erster Stelle.

00:01:19: Wie der Zufall ist, so will, hat mein Schwiegervater damals die Mannschaft betreut, noch unter Jürgen Klopp als Trainer und hat uns im Jahr two-tausendneun gefragt, ob wir uns nicht um die U-Twenty kümmern könnten.

00:01:33: Da musste ich aber auch nicht lange überlegen, habe aber dann zwei Kollegen gefragt, ob sie mit mir, also zu dritt, diese Betreuung übernehmen könnten, weil damals auch die zweite Mannschaft schon sehr weit reisen musste und wir dann doch in der Uni mit Wissenschaft und Operationen doch eingebunden waren.

00:01:52: Und so haben wir in den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:01:53: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:01:55: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:01:56: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:01:57: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:01:58: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:01:59: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:02:00: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:02:00: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:02:02: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:02:02: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:02:03: In den Tätigkeiten zu dritt übernommen.

00:02:04: In den Tätigkeiten zu dritt übern.

00:02:05: Und von Vereinsseite kam die Anfrage, ob wir dann diese Profibetreuung übernehmen könnten.

00:02:09: Und wie schon erwähnt, das war jetzt für mich kein großer geplanter Karriere-Schnitt im klassischen Sinne, sondern eher Zufall.

00:02:16: Und Rückblicken kann ich sagen, ich war einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

00:02:22: Ja, wie so häufig.

00:02:23: Also das ist ja... Wenn man sich das überlegt, als kleiner Junge, so war das zumindest bei mir und bei dir wahrscheinlich auch, träumt man ja immer davon, irgendwann mal Fußball-Profi zu werden.

00:02:33: Und bei mir war das dann auch als kleiner Junge, dass ich gemerkt habe, das Talent reicht dabei weitem nicht für.

00:02:38: Und wenn dann der Bundesligaverein fragt, ob man das machen kann, kann ich mir vorstellen, das ist doch wahnsinnig spannend, aufregend, aber auch viel, viel Verantwortung, die man dann übernehmen muss.

00:02:51: Wie erlebst du das da im Alltag?

00:02:54: Absolut, jetzt muss ich für mich sprechen.

00:02:56: Klar, ich habe auch davon geträumt und habe als Jugendlicher auch Bayernliga gespielt.

00:03:00: Das war damals in Bayern der höchste Liga, die man spielen konnte.

00:03:03: Ich habe davon geträumt und sagte man zumindest Talent, aber ich hatte den Körper nicht.

00:03:08: Und vielleicht wollte der Schicksal es so, dass ich auf diesem Wege dann auf die Bank komme.

00:03:15: Wer weiß.

00:03:16: Also ich empfinde es nach wie vor, obwohl ich selber gespielt habe, noch nicht vor so vielen Leuten, aber wenn man so Ja, die Spiele so beobachtet und mit da auf dem Platz ist, ist es einfach nach wie vor ein Privileg.

00:03:32: Wir machen es jetzt schon seit über zwölf Jahren und es ist ein sehr abwechslungsreicher Job, aber auch sehr, sehr aufregend.

00:03:39: Man kann schon sagen, dass wir auch als Ärzte manchmal auch Adrenalin haben.

00:03:43: Wenn wir dann aufs Feld gehen, ich meine vor siebzig, achtzigtausend Zuschauer, das ist schon auch aufregend für uns.

00:03:49: Also selbst als sehr, sehr... sage ich mal abgekochter, viel Ruhr, der so viele Operationen gemacht hat.

00:03:57: Das ist eine ganz besondere Situation.

00:03:59: Und es geht auch über die reine Behandlung von Verletzungen auf den Fußballfeld hinaus.

00:04:04: Also du bist viel, viel enger eingebunden in dieses Mannschaftsgefüge.

00:04:10: Du bist zum einen Arzt, aber manchmal auch Berater, manchmal auch Vermittler zwischen medizinischer Realität und sportlicher Erwartung der Spieler.

00:04:19: Ja, das ist ein sehr, sehr... heterogenes Feld, das man auch vielfach bedienen muss, den man am Anfang, wenn man das übernimmt, auch gar nicht immer gewachsen ist.

00:04:29: Wer als Zuschauer oder solche, die nicht in dem Bereich sind, sehen ja den Mannschaftsarzt immer nur am Spieltag.

00:04:38: Und das ist aber sicherlich nur die Spitze des Eisbergs, das ist wahrscheinlich die Kühe.

00:04:43: Du musst doch mal mitten deinen normalen Alltag als Mannschaftsarzt.

00:04:47: Was gehört denn alles dazu?

00:04:49: Ja, so ist es.

00:04:51: Die Spiele sind für uns die Belohnung für die ganze Woche.

00:04:54: Wir haben in Mainz zumindest keine Trainingspräsenz.

00:04:57: Das bedeutet, wir sind nicht jeden Tag am Trainingsplatz, haben aber einmal in der Woche einen Jo-Fix mit den Verantwortlichen.

00:05:04: Das machen wir mittlerweile online, wo wir jeden einzelnen Spieler durchsprechen und diskutieren, welche Beschwerden liegen vor.

00:05:13: Was müssen wir interventionell tun?

00:05:15: Wie ist die Spielfähigkeit, die Trainingsfähigkeit?

00:05:19: Am Ende geht es auch um Belastungssteuerung.

00:05:22: Wir betreuen Spiele, Heimspiele, Auswärtsspiele, DFB-Pokalspiele, Konferenzleakspiele, Trainingslager.

00:05:32: Da haben wir natürlich Präsenz und das ist sehr aufwendig.

00:05:34: In dieser Woche spielen wir zum Beispiel am Donnerstag in Rumänien.

00:05:38: Das heißt Mittwochabfahrt mit der Mannschaft, Donnerstagspiel, Freitag, Rückfahrt.

00:05:42: Da sind wir drei Tage weg von zu Hause und so ähnlich gestaltet sich es auch bei den Auswärtsspielen an Wochenenden.

00:05:48: Wir haben dann

00:05:50: auch

00:05:50: checks, medizinische checks vor jeder Saison.

00:05:53: Wir haben vor Verpflichtungen medizinische checks, wo wir die Spieler sehen, untersuchen und dann vor Verpflichtungen oder Transfers gemeinsam mit dem Spieler, mit den Physiotherapeuten, Athletiktrainer und den Trainerstab und letztendlich auch mit der sportlichen Leitung dann entscheiden, kann man einem Transfer zustimmen oder nicht.

00:06:13: Unsere Aufgabe liegt letztendlich immer nur auf dem medizinischen Gebiet.

00:06:18: Also du hast ja nach dem, was du dir das beschrieben hast, so eine Mischung aus Medizin, Coaching, ich kann mir auch vorstellen Krisenmanagement, wenn sich die Rückkehr von einem Profi verzögert oder vielleicht auch wenn ein Profi nicht verpflichtet werden kann, das muss man dem ja auch irgendwie beibringen.

00:06:34: Gehört das alles so zu deinen Aufgaben oder kannst du dich da aus dem einen oder anderen auch zurückziehen?

00:06:40: Nee, tatsächlich sind wir in allen Prozessen schon sehr involviert, aber die Die Entscheidung liegt am letzten Ende tatsächlich beim Verein.

00:06:50: Wir können nur medizinisch beraten.

00:06:51: Unsere Aufgabe liegt nicht darin zu beurteilen, ob der Spieler gut genug ist, zu spielen oder ob der es wert ist, was er kostet.

00:06:58: Wir bleiben da wirklich bei unseren Leisten und müssen nur das medizinische beurteilen.

00:07:05: Ist der Spieler spielfähig?

00:07:06: Das ist ja das, was zählt.

00:07:07: Ist er gesund und kann er Leistung bringen?

00:07:12: oder nicht, oder besteht ein höheres Risiko, Verletzungsrisiko, oder liegt vielleicht sogar zum Zeitpunkt der Untersuchung eine Verletzung vor.

00:07:19: Wie lange wird der ausfallen?

00:07:21: Wann steht er dem Verein zur Verfügung?

00:07:23: Wir müssen schon prognostizieren, wann er zur Verfügung steht und haben natürlich gerade in schweren Zeiten, wenn viele Verletzungen da sind, mehr zu tun, wie wenn es gut läuft.

00:07:34: Aber wir sind nie alleine.

00:07:36: Das ist ja das Schöne.

00:07:37: Wir sind ein Medical Team.

00:07:39: mit Physiotherapeuten, die schon seit zehn Jahren miteinander arbeiten oder mehr mit Athletiktrainer, die sehr erfahren sind und haben da wirklich ein sehr gutes Netzwerk, mit dem wir dann solche schweren Entscheidungen besprechen am Tisch und dann natürlich mit dem Spieler dann auch besprechen müssen.

00:08:00: Das klingt schon alles super interessant und du hast gerade die Verletzungen angesprochen.

00:08:04: Bevor wir die jetzt gemeinsam besprechen, machen wir hier mal eine kurze Pause, bevor ich ins Mikroguste und machen dann gleich weiter.

00:08:11: So, zurück aus der Pause.

00:08:12: Die Stimme ist geölt.

00:08:15: Wir wollten mit den Sportverletzungen weitermachen.

00:08:19: Die ganz klassischen Sportverletzungen im Profifußball.

00:08:22: Was siehst du da am häufigsten?

00:08:25: Also ganz vorne stehen sicherlich die Muskelverletzungen.

00:08:29: insbesondere in den Oberschenkel und Adduktoren, das ist natürlich im Fußball so.

00:08:33: Das liegt an der hohen Belastung, den intensiven Richtungswechsel und dem engen Spielplan, den wir jetzt auch haben mit dem Konferenz-Leak.

00:08:41: Und dann dicht gefolgt natürlich von Sprunggelängsverletzungen oder Knieprobleme, Klassiker im Fußball.

00:08:48: Aber die Hauptthemen sind klar, Muskulatur und folgedessen auch Belastungssteuerung.

00:08:55: Wenn du jetzt am Spieltag bist und Du musst aus Feld, weil ein Spieler gefault wurde oder umgeknickt ist.

00:09:03: Wie entscheidest du denn so ganz spontan?

00:09:06: Du hast ja nur deine Sinne.

00:09:08: Du hast ja kein Röntgenbild, kein CT, kein MRT, was man sich vielleicht manchmal wünschen würde in der Situation.

00:09:14: Sondern du bist da auf dem Platz und musst entscheiden von jetzt auf gleich, der kann weiterspielen oder nicht.

00:09:19: Wie

00:09:21: entscheidest du das?

00:09:23: Also von der medizinischen Seite haben wir natürlich den Vorteil, dass Orthopäden und Fächerurgen, wir haben dann doch einige... Dienste gehabt und einige Schlachten gefochten, sag ich mal, und haben die meisten Verletzungen, die da entstehen, doch auch schon akut behandelt.

00:09:39: und das hilft.

00:09:41: Aber in den Momenten, wo wir auflaufen, da ist nicht nur das medizinische Wissen gefragt, sondern auch Erfahrung und das Bauchgefühl einfach zu sehen, was es bei der Szene passiert, was könnte passiert sein.

00:09:55: Und du hast wenig Zeit, du hast viel Druck.

00:09:59: Das ist klar und am Ende zählt die Verantwortung für den Spieler und im Sinne des Spielers.

00:10:05: Du musst Entscheidungen treffen in dem Augenblick, egal was die anderen denken, für den Spieler.

00:10:12: Der Spieler sollte keinen Schaden nehmen.

00:10:14: Da steht natürlich ganz im Vordergrund.

00:10:17: Natürlich will jeder Spieler weitermachen und gerade wichtige Spieler oder bei wichtigen Spielen.

00:10:23: Es ist unerlässlich, aber meine Aufgabe ist es einfach langfristig.

00:10:28: die Gesundheit der Spieler im Blick zu behalten.

00:10:31: Und daran bemessen müssen wir entscheiden, nimmt man den Spieler raus und Gott sei Dank sind die Situationen ganz selten, wo man sofort anzeigt, bevor man überhaupt auflauft und zum Trainer geht, also bitte jemand warmlaufen, schicken, da ist mehr passiert, der muss runter.

00:10:46: Oder wenn der Spieler schon anzeigt von sich aus und zeigt Auswechslung, dann braucht man auch kein Prophet sein, das sehen dann dreißigtausend Zuschauer sofort.

00:10:56: Also wichtig ist, dass man einfach nicht nichts riskiert.

00:10:59: Wir wollen keine längere Pausen, wir müssen so entscheiden, auch im Hinblick auf das nächste, übernächste Spiel, auf die gesamte Vorrunde und Rückrunde, dass wir Entscheidungen treffen, nicht für den Augenblick, sondern vielleicht auch im Hinblick auf die nächsten Spiele.

00:11:13: Und das ist das Entscheidende.

00:11:17: Es ist viel Verantwortung, da muss man wahrscheinlich auch reinwachsen, dass man so eine Entscheidung trifft.

00:11:22: Also ich persönlich kann mir vorstellen, wenn ich da vor einen Untersuch und dann entscheiden muss, der kann jetzt bleiben oder muss raus oder nicht.

00:11:33: Das ist wahrscheinlich auch nach zehn Jahren einfacher als im ersten Jahr die Entscheidung zu treffen.

00:11:37: Absolut,

00:11:38: absolut.

00:11:39: Also den Anfängen, das war schwieriger, aber was man auch merkt ist, das glaubt man zwar nicht, das ist wahrscheinlich in vielen anderen Berufen auch so, man ist sehr fokussiert.

00:11:48: Und in dem Augenblick, wo wir untersuchen, ist vielleicht vergleichbar mit dem Operieren.

00:11:51: Du blendest das komplett aus.

00:11:53: Du hörst noch nicht mal die Gesänge oder das Klatschen oder irgendwas.

00:11:57: Du kommunizierst in der ganz ruhigen Atmosphäre mit dem Spieler in der Regel.

00:12:02: Hätte ich auch so nie gedacht.

00:12:03: Ich habe auch immer gedacht, das ist sehr hektisch und alle reden auf einen einen.

00:12:07: Aber das ist nicht der Fall.

00:12:08: Also die Spieler, die sich verletzten reden in der Regel sehr ruhig mit einem.

00:12:13: Und man kann sich trotzdem genügend Zeit nehmen, wirklich zu erfahren, okay, wo tut's weh, was tut weh.

00:12:18: Und die erste Frage, die man auch stellt, ist, denkst du, es geht weiter.

00:12:22: Kann der Spieler von sich aussagen, es geht weiter.

00:12:25: Wenn der Spieler schon vorne, ich muss sofort raus, dann brauchen wir da nicht rumdiskutieren oder groß untersuchen.

00:12:31: Dann kann man sich die Zeit nehmen im Anschluss.

00:12:33: Aber wenn der Spieler schon signalisiert, das geht nicht, dann ist die Entscheidung mehr oder weniger von ihm schon getroffen.

00:12:41: Okay.

00:12:42: Du hattest ja schon angesprochen, die typischen Verletzungen, die du in deiner Tätigkeit als Vereinssatz siehst.

00:12:48: Das sind vor allem Muskelverletzungen, aber auch Spungenenken und Knie.

00:12:52: Jetzt bist du ja nicht nur Vereinssatz, sondern hast ja auch eine große Praxis, wo viele Sportler hinkommen.

00:12:58: Wie sind denn die Unterschiede bei den Verletzungen zwischen Profis und, ich sage erst mal, Hobbysportlern?

00:13:06: Also grundsätzlich sind ja Verletzungen Verletzungen, die unterscheiden sich jetzt nicht groß.

00:13:12: Wenn du ein muskelfaseres Diagnostizierst, dann ist es ein muskelfaseres, ob das jetzt ein Profisportler oder Amateur-Sportler.

00:13:18: Man kann grundsätzlich schon sagen, dass bei Hobby-Sportlern vielleicht so diese Overuse-Verletzungen häufiger sind, also die Überlastungsverletzungen, weil man in dem Amateur oder auch im Freizeitsport viel weniger präventiv arbeitet.

00:13:36: Aber im Profibereich, wenn man jetzt mal zur Therapie hingeht, hast du natürlich ganz andere Rahmenbedingungen.

00:13:42: Du hast eine engmaschige Betreuung, du hast eine tägliche Reha, wir haben Reha-Trainer, Athletiktrainer, du hast eine optimierte Ernährung, was sehr, sehr wesentlich ist, Schlafhygiene, du hast eine präzise Diagnostik, die machen wir natürlich bei Freizeitsportlern auch, aber prinzipiell kann man kurzgefasst sagen, die heilen nicht magischer oder schneller.

00:14:04: Also man kann die Natur nicht wirklich überholen.

00:14:08: Sie verlaufen aber kontrollierter.

00:14:10: Und du hast im Amateurbereich einfach nicht diese Kontinuität.

00:14:12: Und ich glaube, diese kontrollierte Belastungssteuerung, auch im Rahmen der früh funktionellen Therapie, ist im Sport viel, viel konsequenter.

00:14:22: Und sie kehren... Früher vielleicht zurück aufs Feld, was aber nicht immer bedeutet, dass sie dann voll im Einsatz im Bundesliga Fußball.

00:14:30: Viele sehen sie dann, Einsatz fünf Minuten, zehn Minuten nach einer Verletzung, das ist Belastungssteuerung.

00:14:36: Auch für mentale Belastungssteuerung, weil ein Spieler, der lange ausgesessen hat, raus war, der braucht auch mental wieder die Stärke und das Vertrauen in sein Körper.

00:14:45: Und meistens ist es nicht so, dass nach einer langen Verletzung, nach zwei Wochen, der aufläuft und dann sofort neunzig Minuten spielt, sondern... Dem werden dann mal zehn Minuten gegeben, dann spielt er dreißig, fünfundvierzig und dann vielleicht auch startelf.

00:14:57: Aber es liegt nicht alles nur an strukturellen.

00:15:01: und im Amateur-Sport.

00:15:02: Ich habe ja selber erlebt, ist es so, wenn du dich fit fühlst, dann bist du fit und kannst spielen.

00:15:09: Und das ist nicht so.

00:15:12: Ich denke, dieses Thema Prävention, das ist so ein ganz wesentliches.

00:15:17: Wenn jetzt, du siehst ja viele, viele Amateure auch.

00:15:24: Und

00:15:25: ich glaube, für die ist das fast noch wesentlicher als für den Profi, weil der hat ja, wie du gesagt hast, so ein ganzes Team hinter sich, die ihm da beraten können und Ratschläge geben.

00:15:35: Und wahrscheinlich nimmt er das auch gut an, weil das ja sein Kapital ist, sein Körper.

00:15:40: Wenn wir jetzt über Prävention sprechen, was würdest du sagen, ist das Wichtigste, um eine Verletzung im Sport zu vermeiden.

00:15:51: Ja, man sagt ja nicht, ohne Grund, das größte Risiko für eine Verletzung ist eine stattgehafte Verletzung.

00:15:58: Dass man es nicht zur Ausheilung bringt, sei strukturell oder funktionell.

00:16:03: Und wenn man Präventionen klingt, immer sehr, sehr unspektakulär.

00:16:06: Aber es ist tatsächlich der entscheidende Punkt, glaube ich, was sich auch wirklich unterscheidet zwischen Profis und Amateurbereich.

00:16:14: Es wird sehr viel an der Prävention gearbeitet und vor allem die Belastungssteuerung.

00:16:19: die Route Regeneration nach Verletzungen und die individuelle Leistungsanpassung.

00:16:25: Und es hängt natürlich nicht nur von dem, was ich im MRT sehe ab, sondern der Athletiktrainer bei uns zum Beispiel kennt natürlich die physiologischen Werte.

00:16:36: Die spielen alle miteinander.

00:16:38: Es ist wichtig zu wissen, wie Verstoff wechselt da eine.

00:16:41: Ist auch ein Fettverbrenner, Zuckerverbrenner.

00:16:44: Wie schnell sind seine Speicher leer, etc.

00:16:47: Es ist mittlerweile sehr hochkomplex geworden und wir arbeiten mit sehr viel Daten, um das zu erkennen, wenn ein Spieler ermüdet oder überlastet und greifen dann halt ein, bevor etwas passiert, im besten Fall.

00:16:59: Es ist nie hundert Prozent, aber das funktioniert natürlich nur, wenn die Spieler mitziehen.

00:17:04: wenn der Trainer mitspielt und die Körperwahrnehmung des Spielers da ist, dass er sich selber gut einschätzen kann.

00:17:13: Wenn er seinen Körper versteht, kann man Verletzungen vorbeugen.

00:17:17: Das ist aber wie beim Achterrudern und der Spieler sitzt mit dem Boot.

00:17:22: Es bringt nichts, wenn wir zu acht Rudern um den Spieler herum und der Spieler läuft in die andere Richtung.

00:17:28: Wenn du jetzt nochmal deine Erfahrung mit den Amateuren oder Breitensportlern oder wie man ja heute so schön sagt, den Age-Crupern siehst.

00:17:40: Was können die denn für Prävention tun?

00:17:42: Viele von denen haben ja einen anspruchsvollen Beruf, sind am Tag zwölf Stunden beim Arbeiten, haben eine Familie oder einen Partner, eine Partnerin und wollen aber trotzdem Ironman, Triathlon machen, Marathon laufen, mit dem Fahrrad über die Alpen fahren, was auch immer.

00:17:58: Was können die sinnvoll für die Prävention tun?

00:18:04: Also ich glaube, es ist sehr vergleichbar und diese Frage werde ich sehr oft gestellt.

00:18:09: Ich glaube, das ist der größte Fehler, den wir halt machen.

00:18:12: Wir gehen in ein Sport und peitschen unser Körper auf hundert Prozent.

00:18:20: Beispiel, jetzt steht Skisport an.

00:18:22: Wir gehen zum Skifahren und wollen dann eineinhalb Wochen Skifahren und bereiten uns in keiner Weise vor.

00:18:27: Es geht nicht ohne.

00:18:29: Es geht nicht ohne, dass man sich Sei es funktionell durch Training oder durch Kraftsport oder irgendwie auf eine Art und Weise vorbereitet.

00:18:38: Es geht nicht.

00:18:39: Man kann nicht in den Marathon ohne Vorbereitung.

00:18:41: Einige bereiten sich über ein Jahr für den Marathon vor.

00:18:44: Und das zu Recht.

00:18:45: Nicht jeder hat ein GPS Tracking oder Blutparameter.

00:18:49: Aber ich empfehle auf jeden Fall, wenn man ambitioniert Sport haben möchte, auch so sportmedizinische Checks, sei es Kardiopulmonal oder auch beim Orthopäden.

00:18:57: In regelmäßigen Abständen, jeder kennt die Prävention bei Darmkrebs oder bei Hautkrebs Screening.

00:19:04: Dieses Screening in der Orthopädie hat sich eigentlich noch nicht so eingebürgert, aber man kann es vergleichen.

00:19:11: Also ich glaube, dass man da auch rechtzeitig Probleme erkennen kann.

00:19:15: die man auch rechtzeitig angehen kann präventiv und dann aber auch Überlastungen vermeiden kann.

00:19:23: Natürlich eingebunden in den Alltag, aber man ist ja mehr oder weniger schon auch selber her der Organisation und Struktur.

00:19:33: Ich glaube es scheitert am häufigsten und da kann ich ein Liedchen von singen an Struktur und Organisation.

00:19:39: Wie kriege ich diese Trainingseinheiten in meinen Alltag integriert und zu welchem Zeitpunkt.

00:19:45: Da spielt ja natürlich noch ganz, ganz viel vom medizinischen Abgesehen mit rein, dass man das macht.

00:19:52: So aus der eigenen Erfahrung.

00:19:53: Ich habe mir das Gefühl, wenn ich im Urlaub viel Sport mache, meine acht Stunden geschlafen habe, darauf achte, was ich esse, was ich trinke, dass der Abstand zwischen Mahlzeit und Training stimmt.

00:20:06: dass die Trainingsergebnisse viel besser sind, ist das so ein Teil von Prävention oder was man dann auch versuchen könnte, in den normalen Alltag rüberzuholen?

00:20:14: Oder ist das Subjektives Wahrnehmen, weil ich im Urlaub sowieso entspannter bin?

00:20:19: Nee, das ist definitiv so.

00:20:21: Also, das Problem ist, wenn wir über Sport und Leistungssport sprechen, dann wird immer die Leistung gesehen und der Rest wird immer so ein bisschen stiefmütterlich behandelt.

00:20:31: Es fängt bei der Ernährung an.

00:20:32: Schlafhygiene und Schlaftracking und auch Subjektive empfinden, wie erholt bin ich.

00:20:38: Und das nutzen wir auch bei unseren Fußballern, die werden täglich abgefragt.

00:20:43: Wenn die subjektive Wahrnehmung so ist, dass der akulär ist, dann bringt das auch nicht.

00:20:48: den zur Höchstleistung peitschen zu wollen.

00:20:52: Wir vergessen, glaube ich, auch sehr, sehr häufig und vergleichen, wie wir verwechseln, die körperliche Fitness und die mentale Fitness oder die Wachheit oder die Erholung.

00:21:02: Ist der Körper erholt, ist der Kopf vielleicht noch nicht erholt?

00:21:05: Ist der Kopf erholt, ist vielleicht der Körper noch nicht erholt?

00:21:07: Also die beiden sollte man auf jeden Fall trennen.

00:21:09: Und was du jetzt erwähnt hast, sind natürlich auch die Endorphine.

00:21:13: Wenn ich glücklicher bin, ja, ich werde Vater, ich habe Lotto gewonnen.

00:21:18: Das macht was mit einem.

00:21:20: Und in diesen Glücksgefühlen ist man auch zu anderen Leistungen fähig, andersrum.

00:21:25: Man hat eine schwierige Phase, Todesfall, Krankung in der Familie.

00:21:29: Und man vergisst, die Spieler sind Menschen.

00:21:32: Genau diese Erfahrungen machen sie Tag für Tag, genau wie jeder andere auch.

00:21:36: Verleeren Angehörige, haben andere Sorgen, Krankheitssorgen, Kind krank, Frau krank.

00:21:42: Und stehen natürlich in der Öffentlichkeit, müssen funktionieren.

00:21:47: Aber hinter den Kulissen wissen die Beteiligten dann oft mehr als die Öffentlichkeit, was auch gut so ist.

00:21:54: Aber das wird selten berücksichtigt.

00:21:58: Kann ja auch nicht, weil wenn man es nicht weiß, kann man es auch nicht irgendwie einordnen.

00:22:04: Ja, doch ist das... eben erwähnt.

00:22:06: Wir haben ja eine Folge schon gemacht zum Thema mentale Gesundheit.

00:22:10: Da könnt ihr ja noch mal einhören.

00:22:12: Wenn wir jetzt aber mal hier bei dir bleiben, beim mentalen.

00:22:19: Man beobachtet das ja immer wieder, dass Sportler nach einer Verletzung Probleme haben, wieder zurückzukommen zu ihrer alten Leistung.

00:22:27: Also da gibt es natürlich welche, die schaffen das immer wieder und man wundert sich, wie schafft der das?

00:22:31: Und andere, da hat man so das Gefühl als Zuschauer, Mensch, Früher ist er aber anders ins Wahlkampf reingegangen.

00:22:36: oder beim Skifahren früher ist er anders ans Tor gefahren oder bei Fahrradfahrern, wenn die auf einmal in der Abfahrt die Kurve nicht mehr so nehmen, wie sie die vorher genommen haben.

00:22:45: Jetzt hast du ja mit Profi-Fußballern zu tun, wenn die jetzt so eine, ich sage es in einer ganz platzendamentale Blockade haben oder hast das Gefühl irgendwie, physisch müsste der doch... Ist der schon wieder so weit?

00:23:01: Wie gehst du jetzt damit um mit den Spielern?

00:23:03: Sprichst du das an oder kommen die zu dir oder wie macht ihr das im Verein?

00:23:08: Also, dieser Faktor ist uns wohlbewusst.

00:23:11: Den Spielern manchmal nicht immer, gerade wenn man jung ist, glaube ich, nicht immer so ganz so klar.

00:23:18: Aber das ist ein ganz, ganz zentraler Punkt.

00:23:20: Nach einer Verletzung ist der Körper oft schneller fit als der Kopf.

00:23:24: Was bedeutet, man hat keine Schmerzen.

00:23:28: Man kann Fußball spielen.

00:23:29: Und trotzdem hat man das Gefühl, man spielt mit einer angezogenen Handbremse.

00:23:33: Und der Grund dafür ist sehr vielfältig.

00:23:35: Ich denke, der Hauptgrund ist auch die Angst.

00:23:39: Und die Angst, wieder dieses Schmerzerreignis zu haben, wieder diese lange Pause zu haben.

00:23:44: Und das rotiert sehr, sehr lange, glaube ich, im Kopf, wenn man wieder zurückkehrt, bis man so viele Trainingseinheiten und Spiele absolviert hat, dass man wieder befreit ist.

00:23:54: Bei dem einen sind es vielleicht eine Woche Training, bei dem anderen sind es sechs Wochen.

00:23:58: Also es ist ganz, ganz unterschiedlich, wie man das verarbeitet.

00:24:02: Von unserer Seite ist es so, es ist wichtig Vertrauen aufzubauen.

00:24:07: Natürlich ist es für uns jetzt einfacher, weil wir es jetzt schon über zehn Jahre machen und die meisten wissen, dass wir doch schon viel erlebt haben mit sehr vielen Sportlern, die dann auch noch sehr erfolgreich geworden sind.

00:24:18: Die ehrliche Kommunikation, klare Struktur und kleine Erfolgserlebnisse sind, glaube ich, das Wichtigste, um dann wieder den Kopf frei zu bekommen.

00:24:28: Und da komme ich wieder zu dem Punkt, nach einer langen Verletzung geht ja keiner auf den Platz gestellt und der muss jetzt nur neunzig Minuten funktionieren, sondern das Vertrauen kommt dadurch.

00:24:38: Man wird eingewechselt, man spielt wieder fünf bis zehn Minuten, man hat den Ballkontakt, man hat wieder das Kompetitive.

00:24:44: Man kann alles simulieren um Training.

00:24:47: Nur nicht ein Pflichtspiel.

00:24:49: Nicht wo es um alles geht.

00:24:51: Das kann man nicht.

00:24:52: Und ich emotige Spieler Verantwortung auch für ihren Prozess zu übernehmen.

00:24:57: Auch für ihren Körper.

00:24:58: Und sie sollten merken, dass sie auch selbst aktiv mit an dieser Rückkehr gestalten müssen und können.

00:25:07: Und dass das Vertrauen in einen eigenen Körper wird zurückkommen.

00:25:11: Es braucht halt einfach manchmal Zeit.

00:25:13: Und das ist eigentlich... Bei jedem Spieler, der eine schwerwiegende Verletzung hat, nach Kreuzbändern sieht man das ja und viele sagen dann sofort beim ersten Spiel.

00:25:22: in der Presse heißt es dann ja ist auch nicht mehr der alte.

00:25:25: Aber das ist ein bisschen kontraproduktiv.

00:25:29: Das macht was mit dem Spieler und die lesen auch Zeitungen und Medien und ist von der psychologischen Seite kein guter Ansatz.

00:25:36: Es ist keine Hilfe für den Betroffenen.

00:25:38: Ja, das kann ich mir vorstellen.

00:25:39: Also, ich stelle mir das sowieso schwierig vor, einen so jungen Alter so in der Öffentlichkeit zu stehen und jeden Tag über mich zu lesen, was ich für ein Typ bin und was ich kann und was ich nicht kann.

00:25:50: Du hattest eben den Faktor Zeit angesprochen.

00:25:54: Jetzt empfinden wir als Therapeuten Zeit vielleicht anders als Nichttherapeuten, als insbesondere Trainer und Vorstand.

00:26:05: Jetzt hast du ein Schlüsselspieler, Und ja, der fällt jetzt aber länger aus als gedacht.

00:26:12: Dachte, der fällt vier Wochen aus.

00:26:13: Und auf einmal, da sind sechs Wochen, sind es acht Wochen, zwölf Wochen.

00:26:17: Und die werden ja wahrscheinlich fragen, wann kommt er wieder?

00:26:21: Und nach ein paar Wochen vielleicht doch nicht mehr ganz so nett fragen, wann kommt er wieder?

00:26:28: Wie gehst du damit um und wie vermittelst du das den gegenüber, dass der vielleicht doch erst später wieder kommt?

00:26:36: Also mit der Zeit haben wir eigentlich eine sehr gute Art der Kommunikation für uns gefunden.

00:26:42: Wenn wir merken, unsere erste Prognose, die wir abgegeben haben, wird in keinster Weise passen, suchen wir sehr früh auch das Gespräch am Tisch, wo verantwortliche Spieler, Berater, Physios, Athletiktrainer am Tisch sitzen und wo wir das diskutieren.

00:27:00: Man darf nicht vergessen, dass eine strukturelle Ausheilung nicht unbedingt bedeutet, dass der vom Gefühl auf dem Feld wieder voll da ist.

00:27:09: Sehr häufig in dieser Aufbelastungsphase treten dann Muskelverhärtungen auf.

00:27:13: An anderer Stelle, es zwickt dann plötzlich einer ganz anderen Stelle oder tut plötzlich was anderes weh.

00:27:21: Es können funktionelle Beschwerden, es können plötzlich akute Rückenbeschwerden hinzutreten, obwohl man in der Stelle, wo die Verletzung über keine Beschwerden mehr hat, und und und.

00:27:30: Also die Ursachen dafür sind ja vielfältig.

00:27:34: Das ist für uns auch immer unerfreulich, aber ich glaube, wenn man früh, zeitig und transparent versucht zu erklären, wie ist der Heilungsverlauf, realistisch, wohin geht die Reise, dann klappt es meistens sehr gut.

00:27:48: und es geht ja auch darum, wann muss man reagieren von Vereinsseite her, ist es Winterpause, muss man sich verstärken, wird der Spieler mir überhaupt zur Verfügung stehen oder nicht?

00:27:58: Das sind all die Dinge, die gehen einem natürlich auch durch den Kopf.

00:28:02: Klar kriegt man Druck von außen, aber wie du schon sagst, dass je länger man dabei ist, umso besser kann man mit diesem Druck umgehen.

00:28:11: Aber am Ende haben wir ja die gleichen Interessen.

00:28:13: Also das Spieler soll gesund sein und so früh wie möglich zurückkehren und vor allem belastbar.

00:28:20: Es soll nicht so sein, dass er immer wieder zurückkehrt und sich immer wieder verletzt.

00:28:24: Es soll nicht kurzfristig gedacht, sondern mittel- und langfristig, auch wenn es Leistungssport ist.

00:28:28: Leistungssport tut weh, definitiv.

00:28:31: Also ich glaube, da macht man sich nichts vor.

00:28:33: Wenn man den Körper nach intensiver sportlicher Belastung und Leistungssport nicht spürt, weiß ich nicht, dann geht man auch nicht an die Grenzen.

00:28:41: Aber es ist ein sehr schmales Grad.

00:28:43: Also das muss man wirklich immer wieder betonen.

00:28:47: Wir werden, egal wie gut die Prävention ist, nie hundert Prozent Verletzungen vermeiden können.

00:28:55: Da kommen ja auch viele Sachen zusammen, weil es gibt ja jetzt diese.

00:28:57: Die Muskelverletzung, die du angesprochen hast, glaube ich die Verletzung durch Gegeneinwirkung, Kommt ja auch noch dazu, kann man natürlich auch nicht verhindern.

00:29:07: Matti, wir kommen langsam zum Schluss, wenn du jetzt unseren Hörern, und das sind ja vor allem jetzt die Studierenden und junge Kollegen, drei Dinge mitgeben würdest, die du so aus deiner Tätigkeit im Profisport gelernt hast.

00:29:22: Was wäre das?

00:29:24: Also erstens Medizin ist im Sport auf jeden Fall wie überall anders auch Teamarbeit.

00:29:32: Kein Arzt kann das alleine stemmen.

00:29:35: Du brauchst dein Team, du brauchst die Physiotherapeuten, Trainer, Athletikcoaches.

00:29:40: Alle müssen in die gleiche Richtung denken und auch in die gleiche Richtung rudern.

00:29:45: Wenn nur als Beispiel bei uns die Physios nicht mit uns, sondern gegen uns arbeiten, dann verlieren wir.

00:29:52: Und am Ende verliert damit auch der Spieler.

00:29:55: Zweitens Kommunikation.

00:29:57: Die Sprache, der Spieler sprechen, die Sprache, deines Team sprechen.

00:30:02: Medizinisches Wissen ist wichtig und jeder denkt, wir sitzen da und so lange Jahre, weil wir fachlich die Besten sind, das denken wir gar nicht.

00:30:11: Ich glaube, dass unsere Stärken auch in der Kommunikation liegen.

00:30:14: Dass wir die Haltung gegenüber Athleten, aber auch die Haltung gegenüber uns unseres Teams, wie soll ich sagen, auch versuchen, immer mit der Sprache und uns auf die Sprache der anderen einzulassen und nicht von oben herab.

00:30:30: Das funktioniert einfach nicht.

00:30:32: Das schafft auch kein Vertrauen.

00:30:35: Und drittens Ruhe bewahren.

00:30:37: Also das habe ich gelernt.

00:30:39: Ich war am Anfang viel hektischer und aufgeregter.

00:30:44: Aber es ist im Profisport wie in der Klinik.

00:30:47: Wenn man ruhig bleibt und nochmal kurz nachdenkt, vielleicht auch nochmal vor einer Überreaktion eine Nacht schläft, trifft man am nächsten Tag immer bessere Entscheidungen.

00:31:00: Also das, was du uns jetzt als Take-Home mitgegeben hast, das ist super.

00:31:04: Das kann man in alle Bereiche der Medizin aber auch des Lebens übertragen, als Teamarbeiten, Ruhe bewahren und möglichst mal eine Nacht drüber schlafen, wenn es eine schwere Entscheidung ist.

00:31:18: Matty, vielen, vielen Dank.

00:31:19: Das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht.

00:31:21: Sehr gerne.

00:31:22: Und vielleicht können wir das ja mal wiederholen.

00:31:24: Würde mich freuen.

00:31:25: Vielen Dank.

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