45 Marathons gegen die Dunkelheit

Shownotes

In dieser Folge spricht Sven-Oliver Dietz, Oberarzt im Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz mit Anthony Horyna – einem Mann, der 2019 1.900 Kilometer durch Deutschland gelaufen ist, um auf Depression und Suizidprävention aufmerksam zu machen. Anthony erzählt, wie er vom Creative Director einer Werbeagentur zum Lauftherapeuten wurde – und was er über Erschöpfung, Eigenwahrnehmung und echte Stärke gelernt hat. Wir sprechen über psychische Belastung im Medizinstudium, Warnsignale von Überforderung, praktische Werkzeuge für innere Stabilität und darüber, warum Offenheit über Schwäche ein Zeichen von Mut ist. Eine inspirierende Folge für alle, die lernen wollen, in einem fordernden Beruf gesund zu bleiben – mental und menschlich.

Für alle, die mehr über Anthony und sein Projekt 19/19 erfahren möchten folgende Links:

AHxC Anthony Horyna Lauftherapie Coaching Workshops Wiesbaden

Projekt1919 | Schritt für Schritt

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Transkript anzeigen

00:00:04:

00:00:07: Herzlich willkommen zu Knochen-Schrauber, dem Unfallchirurgie-Podcast aus dem Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Mainz.

00:00:14: Mein Name ist Sven Oliver Dietz, ich bin Oberarzt am Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie und mit mir zusammen sitzt heute hier mein Kollege Philipp Schippers.

00:00:23: Hallo zusammen.

00:00:24: Heute geht es um ein Thema, das eigentlich ganz oft vergessen wird zwischen Vorlesung, Prüfung, aber auch, wenn man in der Klinik arbeitet, nämlich die psychische gesundheit und innere Stabilität von uns behandelten, gar nicht um die der Patienten, sondern um unsere.

00:00:39: Dazu haben wir heute einen Gast und der kennt das Thema nicht nur aus Büchern, sondern auch aus Erfahrung.

00:00:45: Ich darf ihn kurz vorstellen, das haben wir so verabredet.

00:00:49: Er war Creative Director an einer großen Werbeagentur, hat dort so aufhoben, die wo gearbeitet, dass irgendwann Körper und Geist Stopp gesagt haben.

00:01:00: Und nach einer Fase einer tiefen Erschöpfung hat er sein Leben verändert.

00:01:05: Vieler ist er bekannt geworden, als er im Jahr zwei Tausend Neunzehn, tausend neunhundert Kilometer durch Deutschland gelaufen ist.

00:01:12: Das waren forty-fünfmaler Tons in forty-fünf Tagen.

00:01:15: Und in seinem Projekt, Neunzehn und Neunzehn, hat er damit auf Depressionen und Suizidpräventionen aufmerksam gemacht.

00:01:22: Heute hilft er anderen, die eigene Balance wiederzufinden.

00:01:25: Herzlich willkommen, Anthony Horinna.

00:01:26: Hallo, schön, dass ich da sein darf.

00:01:29: Wir sind beim Du, also bei Anthony und Oliver und wir können ja mal kurz zurückschauen.

00:01:36: Du hattest ja einen wahnsinnig verantwortungsvollen Beruf als Creative Director, also viel Verantwortung, Kreativität, Tempo.

00:01:43: und was ich mir mal schwierig vorstelle ist Kreativität unter Druck, möglicherweise unter Zeitdruck.

00:01:51: Wie kam es denn dazu, dass du irgendwann gemacht hast, so geht es nicht weiter?

00:01:56: Deine Beschreibung vom Beruf ist treffend, also Kreativität unter Druck und Unterzeitdruck.

00:02:01: Das kennt jeder wahrscheinlich in der Kreativbranche.

00:02:06: Dass es nicht weiter ging, war ein Prozess, um ganz ehrlich zu sein.

00:02:09: Also das ist nichts, was von heute auf morgen geschah, sondern das hat sich über Jahre entwickelt.

00:02:14: und wahrscheinlich ähnlich wie bei Ärzteschaften begibst du dich ja ununterbrochene in einem Berufsumfeld, das schleichend Sachen mit dir.

00:02:24: persönlich macht und die sind nicht immer sofort wahrnehmbar.

00:02:27: Also es gibt nichts in einem Momentum, wo du dann da stehst und sagst, ich muss jetzt alles ändern, sondern es sind schleichende Prozesse, die aber in der Qualität teilweise so zunehmen, dass man irgendwann darauf reagieren sollte, sag ich mal.

00:02:41: Und war das bei dir so ein Ding, dass du gedacht hast, das geht nicht mehr, dass ich immer nur funktionieren muss und immer der starke Director hier sein kann oder wie?

00:02:54: War das?

00:02:56: Du hast gerade ein ganz, ganz spannendes Wort verwendet.

00:02:59: Entschuldigung, das kommt auch in dem Buch vor.

00:03:01: Das Funktionieren, das ist ein ganz, ganz schlimmes Wort.

00:03:04: Verzeiht bitte, dass ich sofort reingekriege, weil wir sind Menschen.

00:03:08: Und ich habe ganz lange auch in diesem funktionieren Modus operandi mich bewegt und dachte, ich muss funktionieren.

00:03:15: Und das hat aber ein sehr großes Ego mit sich.

00:03:19: Weil, wenn du denkst, du musst funktionieren, bedeutet das, wenn ich es nicht mache, dann macht es keiner.

00:03:24: Oder keiner macht es richtig.

00:03:25: Und das ist Ego getröben.

00:03:27: Und in der Falle befand ich mich auch.

00:03:32: Ich hatte Verhaltensaufmerksamkeitsstörungen, kann man jetzt so im Nachgang wirklich artistieren.

00:03:38: Und ich habe auch Verhaltensweisen an den Tag gelegt, die weder für meine Mitmenschen, noch für meine Kolleginnen und Kollegen, noch für mich

00:03:45: tragbar waren.

00:03:47: Wie gesagt, schleichende Prozesse.

00:03:49: Kein Moment, dass du da sitzt und denkst so, ah, ich muss jetzt mal leben und dann sagen, wege.

00:03:56: Und gab es da jemanden, der dir gesagt hat, pass mal auf, so geht es nicht weiter?

00:04:01: Du hast dich so verändert, ich erkenne dich gar nicht wieder?

00:04:04: Nee, das wäre ganz schön gewesen.

00:04:06: Das passiert nicht, weil du bewegst dich.

00:04:09: Vielleicht ähnlich wie bei euch im Umfeld.

00:04:11: Mutmaßung oder bei Rechtsanwälten oder bei anderen helfenden Berufen, vollkommen egal, du bewegst dich auch in einer Bubble oder so in einem System.

00:04:20: Und wenn alle in dem System, für das System und mit dem System agieren und arbeiten, aus dem System heraus wird ganz selten jemand sagen, da musst du schon immens auffällig sein.

00:04:35: Und dann gehört noch dazu, du musst dafür auch empfänglich sein, das zu hören, wenn es dir jemand angetragen hat.

00:04:40: Ich kann ja nicht sagen, ob es man ja angetragen hat, weil ich weiß es nicht mehr.

00:04:44: Also im Privaten auf jeden Fall, das war meine damalige Freundin jetzt Frau, weil die hat natürlich das alles mitbekommen.

00:04:53: Also bei uns ist es so, ich würde sagen, gehört und der Hierarchiebist, dass du weniger sagst dir jemand, wenn dein Verhalten nicht... angepasst ist.

00:05:02: Und ich kann mir vorstellen, dass es in der Werbeagentur nicht anders ist.

00:05:07: Du sagtest, es gab jetzt nicht so diesen einen Moment, dass du aufgewacht bist und gesagt hast, ab jetzt ändere ich mein Leben.

00:05:16: Aber irgendwann muss ja mal so der Moment oder der Tag gewesen sein, wo du gesagt hast, heute geht das nicht weiter.

00:05:25: Und was war das dann für ein Gefühl?

00:05:27: Was hat das mit dir gemacht, als du gemerkt hast, es geht jetzt nicht weiter?

00:05:32: Das ist eine tolle Frage.

00:05:37: Ich gehe kurz in diesen Moment zurück, deshalb ist hier kurz eine Schweigepause.

00:05:41: Es war so, dass ich eine Krankschreibung bekam von meinem damaligen Hausarzt, weil ich wirklich körperlich sehr erschöpft war.

00:05:49: Also ich merkte das auch, ich kann nicht.

00:05:52: Du hast ja trotzdem ein Gespür davon, wie weit du gehen kannst.

00:05:56: Und natürlich treibst du dich Jahre hinweg immer über gewisse Punkte hinaus.

00:06:01: Aber ich war soweit in Qualität von einem Punkt, dass ich zum Arzt musste und der schrieb mich krank.

00:06:06: Und daraufhin sagte ich, ja, wie lange?

00:06:07: Denn ich muss am Montag eine Präsentation halten, wortlaut.

00:06:11: Da hat er mich angeguckt und gemalt.

00:06:13: Schreiben wir uns jetzt mal eine zwei Wochen krank und ich so, nee, sie verstehen das nicht.

00:06:17: Ich muss eine Präsentation halten.

00:06:18: Da hat er gesagt, zwei Wochen.

00:06:20: Hören Sie sich reden, Herr Horinand.

00:06:22: Das hat er gesagt und nicht so.

00:06:23: Nein, ich habe eine Präsentation.

00:06:25: Und er hat das Spiel wirklich ein paar Mal gemacht, bis ich es realisiert habe.

00:06:28: Oh, der meint das ernst.

00:06:30: Der sieht in mir was, was ich nicht sehe, weil ich in meinem Modus bin.

00:06:36: Und aus den zwei Wochen wurden sechs Wochen und da gab es auch eine Diagnose, eine nervöse Erschöpfungserscheinung bzw.

00:06:44: Symptom.

00:06:44: Das klingt nicht sonderlich, Sengsie, weil es nicht sexy ist.

00:06:47: Man kann damit nicht sagen, wie es damals, wir reden von, pff, zwei, vierzehn, zwei, fünfzehn, zwei, sechszehn, um, war.

00:06:56: Burnout ein großes Thema, gerade auch in diesen Berufsfeldern, bei euch wahrscheinlich auch in helfenden Berufen sowieso.

00:07:03: Aber die wollen bei uns anders thematisiert.

00:07:05: Du saßt wirklich in Meetings und es ist nicht erfunden, wo irgendwelche großes Anführungszeichen, Menschen, also Menschen auf meiner Ebene, sagten, sie hätten auch schon einen Burnout gehabt und jetzt sind sie wieder hundertzehn Prozent da und da sitzt für diesen Meetings.

00:07:21: und der ist so, Alter, hier stimmt einiges nicht.

00:07:25: Aber aus diesem Moment her aus ... fängst du an, ein bisschen achtsamer oder selbst mit fühlender zu werden und du achtest mehr auf dich.

00:07:34: Und das war eigentlich die erste große Initialzündung zu sagen, okay, hier müssen wir mal was machen.

00:07:41: Ich will dir das jetzt nicht unterstellen, aber ich kann mir vorstellen, wenn man Creative Director ist, gehört mich also ein bisschen noch zu den Allfahrt-Kirchen, zumindest in der Agentur, oder man ist halt jemand, der in der leitenden Position da ist und hat ja auch so ein gewisses Selbstbild.

00:07:55: Und mit einer Krankschreibung ist es ja immer einfacher, wenn man merkt, okay, ich hab Fieber oder ich hab mir einen Arm gebrochen, ich hab mir es beigebrochen.

00:08:01: Es sind alles so greifbare Dinge.

00:08:02: Ich bin jetzt krank.

00:08:04: Dann wird man das vielleicht ganz gut akzeptieren können.

00:08:09: Du hast ja schon gesagt, das war bei dir schon bei dem Arzt so ein Prozess, dass du gesagt hast, nee, nee, ich kann jetzt nicht zwei Wochen krank sein, weil ich am Montag die Präsentation halten muss.

00:08:19: Aber irgendwann gehst du aus diesem Behandlungszimmer raus und bist dann für dich oder mit deiner Partnerin.

00:08:25: Und musst dann für dich verstehen, ich bin krank.

00:08:28: Und ich habe etwas, was man mir nicht ansieht.

00:08:31: Wie lange hat das für dich gedauert, bis du diese Diagnose annehmen konntest?

00:08:36: Oh, das ging schnell, weil ich fragte ihn, ob ich mich dann bewegen darf und er meinte, was meinst du damit?

00:08:43: Und ich sagte, na ja, ich laufe viel.

00:08:45: Also ich habe schon in dieser Zeit des Arbeitens, des vielen Arbeitens, den Sport für mich entdeckt, habe da auch schon ein Lebenswandel vorher durchgemacht.

00:08:53: Es sind ja hier bei Ärzten, also reden wir mal deutlich.

00:08:56: Ich habe aufgehört, Alkohol zu trinken, ich habe aufgehört, Drogen zu nehmen.

00:08:59: Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt.

00:09:01: Ich habe versucht, achts einmal mit mir umzugehen und dennoch bin ich soweit in meinem eingebildeten Workaholic da sein.

00:09:09: Habe ich mich soweit selbst gepusht, dass ich nochmal krank wurde und die Realisation mir selbst gegenüber kam schnell.

00:09:18: Und du hast gesagt, du hast dann das Laufen für dich entdeckt.

00:09:24: Also ich habe dein Buch gelesen, ich habe damals noch vor deinem Buch, das hatte ich aber noch gar nicht so realisiert, dass du dir gleiche Person bist, man der Runners wird, ein Artikel über dich gesehen, als du deinen Streakrunning hattest.

00:09:36: Man hat mir da einmal gedacht, naja gut, ich laufe ja auch, aber also ich bin weit weg von Streakrunning und so etwas.

00:09:43: und da war, das weiß ich noch, diese Artikel war ein Foto aus deiner Wohnung, wo die Wände mit starten und man tapiziert, weil ich mir gedacht habe, oh Gott, also wenn ich All das starten wir meines Lebens zusammen, leben würde, würde es nicht reichen, meine Wohnung damit zu schmücken.

00:10:00: Wie viel bist du denn damals gelaufen, als das war?

00:10:02: War das schon der Streakphase?

00:10:04: Das war eine Streakphase.

00:10:06: Und die starten, man hängt nicht mehr.

00:10:09: Auch das hat mit dem eigenen Ego zu tun.

00:10:12: Es wäre komisch, wenn man immer noch dort drinsteckt, wo man vor zig Jahren war.

00:10:16: Es gibt Weiterentwicklungen und auch eine Erkennen, dass was mich mal eine Zeit lang motiviert oder was gegeben hat, vielleicht auch nicht unbedingt der richtige Weg war.

00:10:27: Ja, vielleicht hat er auch jede Zeit so seine Richtigkeit.

00:10:30: Auf jeden Fall.

00:10:30: Auf jede Lebensphase.

00:10:32: Dann hattest du, ich hab das in deinem Buch so gelesen mit deiner Frau am Küchentisch, irgendwann die Idee zu dem Projekt, Ninze in Neunzehn, also durch Deutschland Marathons zu laufen, forty-fünf Stück auf dem, auf diesem E-Einswanderweg.

00:10:53: Also, wenn ich, also ich laufe sehr gerne halb Marathon und nachdem ich meinen ersten und auch letzten Marathon gelaufen bin, habe ich mich nicht selbst gesehen, aber ich hatte so ein Gefühl für mich und habe gedacht, ich bin der Allergrößte und meine Frau hat mich gesehen und hat gesagt, wenn du nochmal ein Marathon läufst, ist es vorbei.

00:11:13: Jetzt bist du forty-fünf Marathons hintereinander gelaufen.

00:11:15: Was ist da die Motivation gewesen?

00:11:18: Auch da bitte kurz für die Einordnung und für das Verständnis.

00:11:22: Das passiert genau wie dieses Krankheitsbild damals, nicht von einem Moment auf den anderen.

00:11:27: Auch das ist ein Prozess, also damit keiner eurer Hörerinnen und Hörer das missversteht.

00:11:33: Ich bin nicht kalt, plötzlich, forty-fünf Marathons gelaufen, würde ich auch jemanden anraten.

00:11:38: Ich bin vorher schon Jahre gelaufen.

00:11:41: Wir gehen ganz kurz zurück.

00:11:42: Sechs Wochen Krankenschreibung, mein Arzt.

00:11:44: Supermensch hat mir eine Übung mit auf den Weg gegeben, die er von einem Therapeuten

00:11:48: hatte.

00:11:48: Das war eine verschriftlichte Übung.

00:11:51: Ich sollte notieren, das ist ganz wichtig, also handschriftlich, was ich tun würde, wenn ich tun könnte, was ich tun wollte.

00:12:00: Das ist eine wunderschöne Übung.

00:12:03: Funktioniert nur nicht im Kopf, müsst ihr aufschreiben.

00:12:05: Also ganz anders, was würdest du tun, wenn du tun könntest, was du tun wolltest, unabhängig von Geld, unabhängig von... irgendwelche Mieter, ich kann, was würdest du tun?

00:12:14: Um.

00:12:14: den einzigen Gedanken, den ich damals hatte, war, ich würde ein großes Laufabenteuer machen, um, und das war ein Wort laut damals, um etwas zurückzugeben.

00:12:23: Das habe ich sogar aufgeschrieben.

00:12:25: Ich wusste aber gar nicht, was das bedeutet, weil mir hat Laufen geholfen, wie gesagt, ich habe mein Leben gewandelt, meine Frau hat mich damals zum Laufen gebracht, by the way.

00:12:36: Und ich wollte irgendwas zurückgeben.

00:12:38: Und aus diesem Gedanken kamen Jahre später das Projekt vom, ah, neunzehn, neunzehn.

00:12:44: Also das war nicht so ein, hey, wir sitzen dort und was machen wir denn morgen Verrücktes?

00:12:48: Lass uns machen, wir laufen nie.

00:12:50: Aber ich glaube, zwei sechs sind mal mal eine Krankenschreibung und zwei neunzehn sind wir in das Projekt geschrieben.

00:12:58: Und wie, wie so durch ganz Deutschland laufen?

00:13:03: Was war, was war da die Initialzündung?

00:13:09: über meinen eigenen Befund oder Diagnose, die ich auch nicht so wirklich raustragen konnte oder rausgetragen habe, aber du wirst aufmerksam und achtest auch, bildete ich mir einen mehr auf die Kolleginnen und Kollegen oder Menschen in einer Umgebung.

00:13:26: und damals gab es mehr als einen Vorfall, wo ich dachte, ui, das stimmt aber was nicht.

00:13:32: Menschen, die plötzlich wochenlang nicht mehr oder monatelang nicht mehr in der Agentur sind und dann zurückkommen und du denkst so hoch, das ist aber jetzt kein Urlaub mehr und niemand spricht drüber.

00:13:42: Im Freundeskreis, jemand, der an Depressionen erkrankt ist, bzw.

00:13:45: sehr spät seine Diagnose erhalten hat.

00:13:47: Es gab Sitalfälle in der weiteren Umgebung, nenn ich mal.

00:13:53: Und irgendwie war ich empfindlich für das Thema.

00:13:57: Und das war dann plötzlich diese Gedanke, oh krass.

00:14:00: Was kannst du?

00:14:01: Nein, ich kann laufen.

00:14:02: Ja, ich kann auch kreativ sein, aber ich kann laufen.

00:14:04: Das habe ich mir selbst bewiesen, meiner Frau bewiesen.

00:14:07: Wir wussten, krass, ich kann laufen.

00:14:09: Nicht schnell, aber weit.

00:14:12: Warum in Deutschland?

00:14:13: Ganz einfach.

00:14:15: Wir leben hier und das, was ich gesehen habe, ist hier passiert.

00:14:18: Es gibt Leute, die machen das in Amerika, in Asiatischen Köln.

00:14:21: Es gibt es ja überall auf der Welt, aber wir sind nun mal hier.

00:14:24: Und wenn ich was bewegen will, wohne ich hier.

00:14:27: Und

00:14:27: nochmal, das war zwei neunzehnt.

00:14:28: Es war eine andere Welt.

00:14:31: was ich jetzt sehr sympathisch finde, wenn du das erzählst und auch was in deinem Buch schreibst.

00:14:39: Es ist nicht so.

00:14:39: dieses typische Anfang, also so, sagen wir mal, Midlife Crisis, Geschwärts von Männern, so, ich laufe jetzt einen halben Marathon, ich laufe jetzt einen Marathon und ich bin so schnell und ich hab die Schuhe und ich laufe einen dreifünfziger Schnitt und alles, was langsam ist, ist kein Laufen.

00:14:57: sondern es ist ja wirklich, dass gerade in dem Buch das total sympathisch ist, es geht dir immer um das, entweder das Gemeinsamlaufen, wenn dich auch Fremde begleitet haben oder aber auch in den Kapitänien, du sagst, ich lauf alleine, um das bei sich sein.

00:15:19: Ist das etwas, worum dir das dann auch?

00:15:23: gegangen ist in dem Projekt als Aussage dieses, dass man zum einen bei sich ist und zum anderen aber auch eine Gemeinschaft oder eine Verbindung zu anderen sucht?

00:15:33: Ja, die Gemeinschaft und Verbindung zu den anderen, wir haben es ja irgendwann zum Buch zumindest ein Buch der Begegnung genannt, was wir aber gemacht haben, war ein Lauf der Begegnung.

00:15:41: Das war uns in den Moment nicht mal klar.

00:15:44: Wenn wir immer sagen, wir haben das im Küchentisch erfunden, das stimmt wirklich, also es ist dieser Tisch gewesen.

00:15:51: Aber wir hatten nur so eine Kropidee.

00:15:53: Wir haben dann geguckt, wo kann man durch Deutschland laufen?

00:15:55: Und dann habe ich gesehen, ich verlaufe mich ja eh dauernd.

00:15:58: Also selbst bei uns in den heimischen Wäldern im Taunus, ich verlaufe mich.

00:16:01: Also bräuchte ich eine vorgegebene Strecke, weil wenn ich so was mache, dann darf ich mich nicht auch noch orientieren müssen.

00:16:07: Und mit dem Thema der Depressionen oder Suizidprävention aufmerksamkeit zu machen, waren wir ganz klar, okay, ich will aber andere Leute dabei haben.

00:16:17: Wen nutzt das, wenn der Ernst in die durch Deutschland läuft?

00:16:19: Das nutzt niemanden.

00:16:20: Was nutzt aber, wenn er in Deutschland läuft und irgendjemand kriegt das mit und guckt mal, ah, schau mal, da läuft er in Deutschland, vielleicht lauf ich da mit oder ich besuche mal oder ich gucke mal, warum der das macht.

00:16:31: Und aus diesem Warum, aus dieser Fragestellung, warum machst du das eigentlich, Anthony?

00:16:35: Ist wie so eine Welle entstanden und damit waren wir in Zeitungen in den Medien mit dem Thema.

00:16:43: Und ich habe immer gesagt, und das ist der Marketingmensch in mir.

00:16:47: Um Aufmerksam zu machen, aufwassen, musst du halt was machen, wo Leute erst mal hingucken.

00:16:52: Und natürlich guckst du hin, wenn irgendeine Entschuldigung ist für diese Wortwahl.

00:16:55: Ich sehe mich nicht so, aber wenn irgendein Trottel sagt, er läuft nonstop durch Deutschland, gucken die Leute erst mal hin und sagen, hä?

00:17:00: Wieso?

00:17:02: Und sobald das wieso kam, konnte ich Antworten und drüber sprechen.

00:17:06: Und das war das Sinn und Zweck

00:17:08: der Übung.

00:17:10: Gab es denn da für dich auch mal den Moment, wo du gesagt hast, es geht nicht weiter?

00:17:13: Ich habe keine Lust mehr, ich höre jetzt auf.

00:17:16: Im Laufe oder in der Planung,

00:17:17: wo bist du?

00:17:18: Im Laufe?

00:17:18: Nee.

00:17:19: Ist wirklich so.

00:17:21: Aber auch nicht aus einem Getriebenen, ich kann das, ich bin super.

00:17:25: Es gab wirklich eine Begegnung, glaube ich sogar hier in Taunus, da wurde ich zum ersten Mal gefragt, was passiert eigentlich?

00:17:33: Taunus ist schon vierzehnmal, sonst sind wir ja im Hochschwarzwald oder im Schwarzwald gestartet und dann läuft es so in den Taunus, also zu uns, und dann geht der E-Eins hoch in den Norden, das ist der längste deutsche Zusammenhände fernwanderweg.

00:17:47: Und der jungen Mann fragte mich, was passiert eigentlich, wenn du dich jetzt Wortwahl seinerseits hinmauest und dir beide Beine brichst.

00:17:56: Und in dem Moment habe ich drüber nachgedacht, oh krass, ich habe das die letzten vierzehn Tage überhaupt nicht im Kopf gehabt, dass das ja auch irgendwie passieren konnte.

00:18:04: Und während wir gelaufen sind, haben wir gemeint, ach, noch toller.

00:18:07: Wenn ich nicht mehr laufen kann, läuft er weiter.

00:18:10: Am nächsten Tag läuft meine Frau.

00:18:12: Am übernächsten Tag hatten wir schon Leute, die uns angerufen haben vorher, dass sie sich uns anschließen wollen.

00:18:16: Dann laufen die, dann wäre das wie so ein Staffelauf geworden.

00:18:20: Und auch das hätte funktioniert.

00:18:22: Deshalb, sobald dieser Gedanke da war, war mir klar, wir werden das Ding irgendwie bis nach Flensburg tragen.

00:18:31: Das heißt, wenn ich das nicht sein muss, dass ich es dann war, liegt daran, dass es so gelaufen ist.

00:18:39: Also ich finde es nach wie vor faszinierend, dass man so ein Projekt auflegt, dass man die Idee hat und das auch durchzieht.

00:18:46: Und auch wenn man das bei dir liest in dem Buch mit wie viel Freude man das machen kann, weil ja bei vielen, die beide auch rauskommt, es geht gar nicht so um diese körperliche Leistung.

00:19:01: Das ist natürlich gehört irgendwo dazu, aber das war gar nicht so dein Dein Ding, das du das so in dem Vordergrund stellst.

00:19:10: Wenn wir jetzt mal auf psychische Belastungen kommen und wir damit umgehen können, wir erleben das hier eigentlich ganz häufig, wenn wir mit den Splierenden zu tun haben, entweder in Kursen oder in Prüfungen, aber auch bei unseren Assistenten und anderen Kollegen, dass wir ja doch unter einem enormen Druck stehen.

00:19:34: Also, wenn wir jetzt beim Studium anfangen, da gibt es Prüfungsängste, Selbstzweifel bin ich gut genug, dafür schaffe ich das alles.

00:19:41: Es ist so viel zu lernen, wie soll ich das machen?

00:19:44: und Pausen gibt es eigentlich gar nicht.

00:19:47: Also,

00:19:48: ich

00:19:48: habe das jetzt erlebt, meine Kinderfang anzustudieren und studiere ganz andere Fächer, was

00:19:54: wir mit ihren

00:19:55: Stunden planen zeigen, denke ich mal.

00:19:57: Und

00:19:58: wann habt ihr denn jetzt eigentlich Unterricht?

00:20:00: Wann habt ihr Seminare bei uns eigentlich vom ersten Semester an?

00:20:03: hast du jeden Tag sechs, sieben Stunden in der Uni zu tun.

00:20:07: Da musst du das ja alles nacharbeiten.

00:20:10: Und das macht ja schon einen großen Druck.

00:20:12: Jetzt hast du ja in deiner Erfahrung der Kreativbranche das wahrscheinlich auch so gehabt, diesen Perfektionismus.

00:20:19: Also das muss alles perfekt gelöst sein.

00:20:23: Und ich bin zwar müde, aber total wurscht.

00:20:26: Ich arbeite jetzt noch vier Stunden weiter und ja, auch als ich angefangen habe, zu arbeiten, da war es super cool.

00:20:34: Je weniger man geschlafen hat, je mehr Überstunden man gemacht hat, desto cooler war mein, also das war... Also die alles

00:20:40: auch?

00:20:40: Ja voll.

00:20:42: Also

00:20:42: im Nachklang ganz schön

00:20:44: dumm.

00:20:44: Ja, aber... Entschuldigung

00:20:45: für das dumm, also nicht werdender gemeint, das ist ausgedrückt, aber nicht die richtigste aller Wahlen.

00:20:52: Ja weiß ich, also... Jungassistent war, wenn man da am achtzehn Uhr gegangen ist, aber so freier Nachmittag heute.

00:20:57: Und

00:20:58: das ist aber das systemische Problem dahinter.

00:21:00: Das hatten wir in den Agenturen auch.

00:21:01: Genau diesen Satz, ich weiß, du willst noch jemand anders hin, aber da muss ich kurz mal reinkommen.

00:21:06: Genau diese Sätze gab es bei uns auch.

00:21:08: Nimmst du dir noch frei.

00:21:10: Ja.

00:21:10: Achtzehn Uhr.

00:21:11: Ich meine mal ganz im Ernst.

00:21:13: Was ist es für eine Welt, die bedingt?

00:21:16: In sich denken, das sei richtig.

00:21:18: Das ist genau dieses Funktionieren.

00:21:20: Und natürlich in diesem System haben wir alle gesagt, ja, ja klar.

00:21:23: Vollkommen auch Blödsinn.

00:21:24: Also, niemand ist bei uns im achtzen Uhr gegangen, aber genau das ist ja das Problem.

00:21:28: soweit.

00:21:29: Ja.

00:21:29: Und in diesem nicht richtigen System kannst du es ja nicht richtig machen.

00:21:33: Ja, vor allem wenn keiner am achtzehn Uhr geht, dann siehst du ja auch, die sitzen alle noch da und die sind alle so kreativ und die, also bei uns.

00:21:38: ist das denn, die schreiben noch ein Paper und die bereiten die O-Paper und der Oberarzt bespricht mit denen, wie morgen operiert wird und ich, ich gehe jetzt nach Hause.

00:21:45: Also, es ist wirklich so ein blödes Gefühl gewesen.

00:21:53: Wenn du jetzt, du sagst ja, du hast es auch erlebt.

00:21:56: Wenn du jetzt deinem zwanzig, dreißig Jahre jüngerem Ich begegnen würdest in dieser Mühle und er würde dich fragen, ja, wie erkenne ich denn, ob ich jetzt an meiner Grenze bin, ob das das ist, was ich an Belastbarkeit leisten kann.

00:22:11: Wie

00:22:12: merke ich das denn?

00:22:13: Gibt es da so Zeichen, dass ich an eine Grenze angekommen bin?

00:22:17: Das ist höchst individuell, muss ich aus professioneller Sicht sagen.

00:22:21: Es gibt nicht den einen Schublade, wo man sagen kann, wenn du die und die Punkte erfüllst, dann bist du in der volle Überlastung.

00:22:28: Aber das will ich dir auch schlafen haben gehört dazu.

00:22:32: Interessensverlust gehört dazu.

00:22:35: Außerdem, was du tust, eine permanente Müdigkeit gehört dazu und sich immer weiter zu puschen.

00:22:40: Das spielt alles mit rein.

00:22:42: Aber ich habe da einen kleinen Hot-Take dazu.

00:22:45: Ich glaube, Menschen realisieren schon, dass sie irgendwie an ihrer Leistungskränze sind.

00:22:55: Aber sie finden nicht den Raum, das so zu veräußern, dass es auch mit der Rücksicht oder mit einem gewissen Verzeihty Wortfall aber Zartheit begegnet wird.

00:23:07: Hätte ich damals, du hast ja gesagt, was würde ich meinen zwanzig, dreißig jährigen, ich raten, ich kann nicht dir heute nicht sagen, weil mein zwanzig, dreißig jähriges, ich würde mir wahrscheinlich heute nicht zuhören.

00:23:18: Das ist ja das Ding.

00:23:19: In diesem System weißt du nie, ob du dafür empfänglich bist.

00:23:23: Ich kann ja nur sagen, ich habe mir doch einmal eine Notiz gemacht, ich glaube, wir werden dich Menschen realisieren, wenn sie darüber gehen, aber sie finden, also die erkennen ihre Grenzen, aber sie finden halt nicht diesen Raum in diesem System, ihre Grenzen auch, jemanden anderen mitteilen zu können.

00:23:45: Weil wenn du in einem System arbeitest, unabhängig von eurem Beruf oder meinem Ehemannbuch, dass darauf getrimmt ist, weiterzugehen und weiterzugehen, dann findest du Gründerausreden, es nicht zu sagen, und damit machst du dich selbst kaputt.

00:24:00: Und wenn du dich selbst kaputt

00:24:01: machst,

00:24:02: nutzt du irgendwann niemanden.

00:24:04: Weil es sind nicht alles Heronengeschichten.

00:24:06: Ihr habt bestimmt auch bei euch in der Ärzteschaft oder im Berufsumfeld Leute, die es eben nicht verzeiht, die Wortwahl geschafft haben, die daran kaputt gehen.

00:24:15: kaputt gehen kann alles möglicher heißen.

00:24:16: Aber soweit ich weiß, ist bei Ärzten auch der Alkoholkonsum ein relativ hoher.

00:24:21: Das heißt auch bei Anwälten, die in diesem Berufsmethier unterwegs sind, haben das auch mal bestätigt.

00:24:28: In helfenden Berufen hast du ganz oft Leute, die wirklich an ihren Grenzen sind und dann in Selbstmedikation irgendwie unterwegs sind, um irgendwie weiterzumachen.

00:24:37: Aber genau das ist das Problem.

00:24:39: Das ist ein systemisches Problem.

00:24:41: Jetzt hast du es ja angesprochen.

00:24:44: Ich glaube, es ist schon so, dass viele bemerken, irgendwas stimmt nicht mit mir.

00:24:52: Vielleicht merkt man nicht so irgendwas stimmt nicht.

00:24:54: Man merkt, ich trinke jetzt jeden Abend eine Flasche Rotwein und früher habe ich ein Glas getrunken.

00:25:00: oder so etwas, oder ich, wie man sonst irgendwas befriedigt.

00:25:04: Ich muss jeden Tag shoppen gehen, ansonsten drehe ich durch.

00:25:07: Ich muss mir immer was gönnen, oder ich hab jetzt fünfzehn Kilo zugenommen, weil ich gönne mir jeden Tag ein Schokolade oder Nussblunder oder irgend sowas.

00:25:15: Oder

00:25:15: Leute fangen an zu laufen, wie bisher.

00:25:18: Oder das.

00:25:20: Wenn du jetzt jemanden driffst, du hast ja angesprochen, du hast so ein Lauftreff in Wiesbaden, noch ein Lauftreff.

00:25:30: Und da ist jemand, der gestern sagt, ich glaube, ich bin an so einem Punkt.

00:25:35: Ich bin nicht so ganz sicher, aber irgendwas ändert sich in mir und ich weiß nicht, ob das gut ist.

00:25:39: Was wäre so für dich, in erster praktischer Schritt daraus zu kommen?

00:25:45: Also auch nicht in diese Spirale rein zu geraten, diesen Strudel.

00:25:49: Den ersten wichtigen Schritt hat diese Person ja schon getan.

00:25:52: Also in dieser imaginierten Situation, weil sie hat es gesagt.

00:25:57: Und das ist das.

00:25:58: allerallererste, was es überhaupt so verstehen gilt.

00:26:02: Niemand bringt dich um, wenn du sagst.

00:26:04: Es hat nix mit Schwäche zu tun.

00:26:06: Es ist eher, ganz im Gegenteil, was unfassbar stark ist, dazustehen und zu sagen, Leute, bitte versteht, ich habe hier eine Grenze.

00:26:14: Ich merke, ich gehe drüber.

00:26:15: Ich

00:26:16: kann gerade nicht mehr.

00:26:17: Dieses ich kann nicht mehr.

00:26:18: Es ist kein Eingeständnis.

00:26:20: Es ist ganz ganz wichtig, einer Schwäche oder eines Fehlbarseins, dass ich kann nicht mehr zu veräußern, wenn es denn Ernst gemeint ist, ist unfassbar stark.

00:26:31: Und das ist der erste Schritt.

00:26:33: Aber damit der überhaupt passieren kann, brauchen diese Leute einen Raum.

00:26:38: Und zum Beispiel über diesen Lauf-Treff.

00:26:41: Das muss ja kein Lauf-Treff sein.

00:26:43: Bei mir ist es halt das Laufen, das alles bedingt.

00:26:45: Es gibt ja ganz viele unterschiedliche Räume, aber Räume zu schaffen in dem Menschen, ich sage das in den Workshops manchmal, wie so ein Schutzraum.

00:26:53: Und das haben wir beim Projekt Nineteinundzehn auch gehabt.

00:26:55: Stellt euch das vor, ich bin ja immer Jeden Tag weiter gelaufen.

00:26:58: Das heißt, Leute konnten zu uns kommen, mit uns sprechen, ohne Gefahr zu laufen, dass es Auswirkungen haben könnte auf ihrem Beruf, auf ihre Familie, auf ihr Geschlechtsleben, auf ihre Identität.

00:27:10: Aber sie konnten es mal loslassen.

00:27:12: Das ist das Erste und Wichtige.

00:27:15: Aber dafür brauchen Leute einen Raum.

00:27:16: Und dann musst du jemanden auch haben, der zuhören kann.

00:27:21: Weil wir haben schon viel gelernt zu reden.

00:27:25: Wie gesagt, im Jahr two-tausend neunzehn zu heute ist eine andere Welt.

00:27:28: Viele Leute reden sehr viel, das zuhören.

00:27:33: Das ist wichtig.

00:27:34: Sie sollten den Raum zugeben, dass du zu mir kommen kannst und einfach Wert, also ohne Angst zu haben, dass ich dich Werter sagen kannst, was mit dir ist.

00:27:45: Und ich dir zuhören, dir meine Aufnahme und Kalt schenke.

00:27:48: Das ist das Wichtige am

00:27:49: Anfang.

00:27:51: Ich glaube, dafür wäre es wichtig, dass man sich informiert oder vorher Gedanken macht, zu wem gehe ich hin.

00:27:59: Ich glaube, dass, wenn man in so einer Situation ist, der Weg zu einem Vorgesetzten vielleicht nicht der erste sein sollte, weil man weiß erstens nicht, wie der Vorgesetzte reagiert, wie der zu dem Thema steht.

00:28:15: Und man kann natürlich zu seinem Partner gehen.

00:28:19: kann aber auch schwierig sein, was ich wahnsinnig gut fand.

00:28:24: Ich hatte da schon ganz früh durch eine private Begegnung gehört, dass es in England die Counselor gibt.

00:28:33: Also das ist so, was kam in meinem Verständnis so ein bisschen vor den Psychotherapeuten, jemand zu dem man geht und dem erzählt man einfach mal, wie es so ist.

00:28:42: und Ich habe für mich dann die Erfahrung gemacht, wenn ich zu jemanden gehe, der neutral und wertschätzend ist, so wie du das gesagt hast, dem ich einfach mal so erzähle, was meine Sorgen sind, was ich alles schlimm finde, dass allein dadurch, dass ich dir mal erzählen kann, wertfrei, ich eigentlich auf die Antwort komme, was muss ich machen.

00:29:00: Und ich glaube, das ist so ein wichtiger Schritt, dass die Leute so ein Angebot und so jemanden suchen, wenn sie merken, irgendetwas ändert sich in mir.

00:29:08: Wie siehst du das?

00:29:09: Das

00:29:09: Geheimnis eines guten Coachings oder Eine gute Psychotherapie ist ja tatsächlich die Begleitung.

00:29:18: Aber in dem Moment willst du ja eigentlich eine Lösung von außen.

00:29:22: Also so.

00:29:23: Anekdotische Evidenz zu was bei mir.

00:29:25: Ja.

00:29:26: Da hättest du vor mir sitzen können und sagen kann, ja, aber die Lösung ist Indien.

00:29:29: Und ich hätte gesagt, nein, ich brauche von dir die Lösung bitte.

00:29:32: Also so verzweifelt war ich.

00:29:34: Ich wollte eine Lösung von außen haben.

00:29:38: Und das wollen glaube ich ganz viele.

00:29:39: Aber genau das, was du beschreibst, ist das Richtigste.

00:29:42: Wenn das Problem in uns liegt, Problem große Anführungszeichen bitte für alle zuhörenden, große Anführungszeichen, dann liegt die Lösung auch in

00:29:49: uns.

00:29:50: Und die selbst zu erkennen, mit Begleitung im Gespräch, das ist wundervoll.

00:29:55: Wenn du dann in so ein Selbstwirksamkeitsmodus kommst, dann ist es eben nicht, wie du es vorhin gesagt hast, ein Shopping oder der Rotwein oder noch eine Bestzeit bei irgendeinem Lauf, sondern es kommt aus dir heraus.

00:30:10: Du hast ja gesagt, Trotzdem wollen viele so einen Werkzeug an die Hand haben.

00:30:17: Das ist was total Menschen.

00:30:20: So werden wir ja auch erzogen.

00:30:21: Ich bin krank, ich nehme zwei Tabletten und ich bin gesund.

00:30:28: Das

00:30:29: ist

00:30:31: ja der Wunsch, mit dem auch Patienten zu uns kommen.

00:30:33: Ich brauche mal eine Spritze.

00:30:35: Wir werden sagen, naja, eine Spritze kann man schon auch, aber es gibt noch andere gute Lösungsmöglichkeiten.

00:30:42: Aber wenn jetzt jemand so zu dir kommen sagt, ich bin vielleicht noch gar nicht an dem Punkt, dass ich in so eine Erschöpfung oder eine Depression reinkomme, aber ich merke, ich muss irgendwie Was machen?

00:30:55: Gibt es denn so was, wo du sagen kannst, es gibt was, was ich in meinen Alltag integrieren kann, um so eine gewisse Stabilität zu entwickeln?

00:31:06: Gibt es tatsächlich?

00:31:08: Ist kein Hot-Take, sondern ist so, die meisten Leute werden jetzt wahrscheinlich dazuhören und sagen, hä?

00:31:13: Und dafür haben wir diesen Podcast angehört.

00:31:15: Ja, atmen.

00:31:17: Das klingt im ersten Moment für viele Leute total irritierend.

00:31:20: Ja, ich habe hier atmen, ich habe hier die ganze Zeit, nein, bewusst atmen.

00:31:24: Es gibt, ich glaube, es kommt von den Navy Seals, das Box Breathing, das hier in Deutschland, vier mal vier atmen, das heißt, du atmest vier Sekunden ein durch den Aser, hältst vier Sekunden deinen Atem, atmest vier Sekunden durch den Mund wieder aus, hältst.

00:31:42: Und das machst du so lange, bis sich dein Nervensystem beruhigt und Bauchatmen, ganz wichtig.

00:31:48: Jetzt kann man natürlich sagen, Anthony, das ist dein Tipp zu atmen.

00:31:51: Ja, weil Atmen beruhigt.

00:31:53: Alles.

00:31:55: Es gibt Untersuchungen, wie Leute auf Aggressoren reagieren.

00:32:01: Also Psychologische Untersuchungen.

00:32:03: Wenn ich dir jetzt aggressiv begehen würde und du würdest sieben Sekunden warten, bis du mir antwortest, weil du atmest, löst das die komplette Spannung im Raum auf.

00:32:19: Buddha.

00:32:20: Keine Sorge, ich bin kein Zen-Buddhist, ich gehe auch nicht in religiöse Bilder, aber ihr kennt die ganzen Darstellungen von Buddha mit diesem dicken Bauch.

00:32:27: Ich habe mal Tai Chi gemacht.

00:32:29: Ich habe über meinen Tai Chi-Lehrer damals gelernt, der ist nicht dick, weil alle sagen, er hat gemütliche Buddha und er liegt da und hat diesen großen Rundenbauch.

00:32:37: Nein, das ist die Bauch-Arknung.

00:32:40: Weil durch das Atmen geht er so in den Bauch ein und atmest raus.

00:32:45: Das heißt, selbst in Weltreligion ist das Atmen versenkt.

00:32:49: Die Navy Seals nicht umsonst in ihren Übungen, sorry, die Ausflugsweise, aber Gas Chambers.

00:32:55: Also wenn du in Räume reinläufst, die mit Drehengas voll sind oder mit Gas, und du darfst nicht in Panik geraten.

00:33:01: Das werden die Jungs von der Navy auch unter Wasser.

00:33:04: Die lernen zu atmen, um nicht in Panik zu geraten.

00:33:08: So, und wenn wir unser ganzes Nervensystem durch Atmung regulieren können, ist Atmung die Lösung.

00:33:14: Für Achtung, ich bin innerlich aufgewühlt, mein Chef oder jetzt bei euch.

00:33:18: Mein Prof hat mich gerade angeschissen oder oh Gott, mir ist das, ich erfinde das jetzt, haben das Galpell runtergefallen.

00:33:26: Also irgendwas passiert und du denkst, die Welt geht runter oder irgendwas ist verzockt.

00:33:32: Erst mal ach, mein erst mal bei sich ankommen.

00:33:36: Und dann gibt es ja dieses komische Wort der Achtsamkeit, aber genau das schlingt ja damit.

00:33:40: Beute ich gerade drauf kommen, wenn man das mal so liest, also man guckt sich diese Instagram-Karren durch und dann Achtsamkeit.

00:33:47: Kannst du meine Meinung zu Instagram-Karren?

00:33:49: Ja,

00:33:50: du sagtest sowas.

00:33:53: Man fängt dann an zu atmen, dann kommt ja so, ja, sie müssen dann atmen und hier und jetzt ankommen.

00:33:59: Und ich glaube, die Erfahrung macht jeder, der mal... aus einem Puls raus sagt, ich fange jetzt an zu meditieren.

00:34:05: Man sitzt dann da und atmet und meditiert.

00:34:06: Und das gehen die ganze Zeit Stories durch den Kopf.

00:34:09: Eine Nacht her an Land.

00:34:10: Und man spinnt ihr immer weiter.

00:34:12: Und dann merkt man, verdammt, wieder zehn Minuten rum.

00:34:15: Und ich war null in mir gefüllt.

00:34:19: Wie ist denn diese Achtsamkeit zu verstehen?

00:34:23: Wie definierst du das?

00:34:26: Also nicht als Instagram.

00:34:27: Das hatten wir ja vorhin.

00:34:31: Ja.

00:34:32: Achtsungkeit ist ein wirklich schwieriges Thema, weil es inflationär verwendet wird und wurde ganz lange und damit auch eigentlich an seinem, nicht Reiz, aber an seinen Zauber verloren hat, weil wenn wir achtsam mit unserer Wahrnehmung, mit unserer Umwelt und letztendlich mit uns umgehen würden, würde das sehr vielen Menschen sehr gut tun.

00:34:53: Achtsungkeit heißt, tatsächlich bewusst im gegenwärtigen Moment zu sein, aber Das klickte, was ich gesagt habe, vorhin sage ich noch gar keine Instagram-Karren, jetzt rede ich wieder eine.

00:35:07: In manchen der Workshops, die ich mal gegeben habe, habe ich das anders formuliert, weil ich mag das Wort Achtsamkeit, nicht so ganz doller Achtsamkeit, ist aber für mich Fokus.

00:35:17: Nur wenn ich auf etwas fokussiere, bin ich gegenwärtig in diesem... Was da passiert?

00:35:23: Das kann die Kaffeetasse sein.

00:35:25: Ihr kennt diese Instagrams an so einem Morgens.

00:35:27: Erst mal ein Ingwer-Tee, oder?

00:35:29: Ich trinke acht zu meinen Kaffee und ich sitze da und verzeiht mein Ausguss.

00:35:32: Also möchte ich mir ein bisschen in den Mund speihen, wenn ich so was lese.

00:35:35: Weil ich denke, ja, aber was macht ihr denn in Leuten vor?

00:35:37: Also was soll das?

00:35:39: Achtsungkeit bedeutet Fokus.

00:35:40: Fokusiert dich auf die Sachen.

00:35:42: Wie kommst du an einen Fokus ran?

00:35:44: Und das ist das, was viele Leute nicht hören wollen, Disziplin.

00:35:49: Disziplin bedeutet Arbeit.

00:35:51: Das heißt, Keine Instagram-Kachel, kein Gimmick wird ja eine Lösung bringen, sondern muss immer wieder dran arbeiten.

00:35:58: Und das ist jetzt der Achtung, Bezug zu dem Projekt.

00:36:02: Wir sind jeden Tag aufs Neue an den Start gegangen.

00:36:05: Das gelang uns aber nicht, weil ich gedacht habe, oh, ich bin schon thirty-fünf Mal mit uns gelaufen oder ich muss noch thirty-fünf laufen, sondern ich habe immer gesagt, ich bin nur heute und nur jetzt hier.

00:36:18: Mein Tricks.

00:36:20: Und sage ich, Jan, das wisst ihr auch, oder die neurologischen Paaren, die wollen uns ja hier immer veräppeln.

00:36:25: Und sage ich, Jan macht uns ja permanent etwas vor.

00:36:29: Es wird dir immer sagen, ich kann nicht mehr, oder es ist zu viel hinterfragen.

00:36:34: Auch das ist Achtsamkeit.

00:36:35: Aber im Moment und gegenwärtig sein dabei, wirklich zu fragen, ist das so.

00:36:40: Und ich bin Fan von zwei tollen Frauen aus den psychologischen Aspekten, das eine ist ... Byron Katie, die hat The Work, kann man von halten, was man will, aber ich mag ihre Vorgestellung.

00:36:53: Ron Marscher M. Linnahern, das ist die Begründerin von DBT, also der Dialektischen Behävoralientherapie, die wurde entwickelt eigentlich für Borderliner früher, wird aber jetzt bei Depressionen, bei Ansteuerungen auch angewandt.

00:37:11: Und die zum Beispiel geht mit dem Begriff der radikalen Akzeptanz.

00:37:18: Vorwärts.

00:37:19: Das klingt auch wie so eine Kachel.

00:37:21: Man muss akzeptieren.

00:37:22: Ja, Akzeptanz ist wirklich ein Erkennen ohne ein Werten, was ist.

00:37:28: Und schon bist du in der Aktienkeit.

00:37:30: Das ist nicht.

00:37:32: Ich möchte, dass das anders ist.

00:37:34: Aber das hat ja nichts mit der Realität zu tun.

00:37:37: Die Realität sagt, das ist runtergefallen oder mein Chef hat nicht angekackt, um bei dem Beispiel von vorher zu bleiben.

00:37:43: Das ist die Realität, dass du nicht willst, dass das passiert ist.

00:37:47: Das bist du, also ich hinterfrage das Ganze.

00:37:49: Und dann wirst du gegenwärtig sein früher oder später.

00:37:52: Das sind aber Übungen.

00:37:54: Noch mal Achtsamkeit, Fokus, Disziplin, gleich Arbeit.

00:37:59: Es gibt keine einfache Lösung von außen niemand.

00:38:02: Und jeder, der es behauptet, in meiner Welt und meiner Erfahrung, nicht so umfangreich, nicht seit vierzig Jahren, aber in meiner kleinen Welt, jeder, der dir verkaufen will, ich habe die Lösung, liegt.

00:38:15: Aus welchen Begründungen auch über, mag monetär sein, mag irgendwas sein, aber es gibt nicht eine Schublade, die die Lösung hat.

00:38:27: Gibt es nicht.

00:38:29: Also das finde ich ganz wichtig, was du sagst.

00:38:31: Es ist halt wichtig, es im Jetzt zu sein.

00:38:33: Und diese ganze Story, was war gestern ist egal, das ist passiert, das verschüttete Milch und was ist morgen?

00:38:38: keine Ahnung.

00:38:38: Das kann ich auch gar nicht beeinflussen.

00:38:41: Also das wird schon kommen.

00:38:42: Ich bin halt jetzt in diesem Moment und ich muss das jetzt so annehmen oder lösen oder für mich verarbeiten.

00:38:50: Was ich bei dir im Buch gelesen habe und was ich so eigentlich sehr wertvoll fand, vielleicht auch für studieren, da kannst du aber noch mal sagen, was du dazu denkst und das es auch so anklingen lassen.

00:39:02: Du hast ja nicht gesagt, ich bin bei null, ich habe dreißig Kilo zu viel, aber weil ich jetzt auf Depressionen aufmerksam machen will, laufe ich jetzt ab morgen forty-fünf Marathons durch Deutschland.

00:39:14: Sondern man fängt ja irgendwann an, dass man sagt, okay, ich will laufen gehen.

00:39:19: und ja, ich würde sagen, wenn man als Mann anfängt, laufen zu gehen, dann kaufen wir sich die teuersten Sachen, rennt los und nach fünfhundert Metern hat man Muskelfaserressen, das geht nicht weiter.

00:39:31: Und wenn man aber so ein Training gescheit aufbaut, dann fängt man erst mal, ich laufe ein Kilometer und das ist schon super.

00:39:36: Wenn überhaupt?

00:39:37: Ja, und das ist dann schon super.

00:39:38: Und wenn man dann Irgendwann hat man diesen Stolz, dass man fünf Kilometer gelaufen ist und irgendwann kommt man dann immer weiter.

00:39:46: Und ich glaube, das könnte man sich im Studium auch so vornehmen, wenn man diese Berge an Büchern sieht, die man da bewältigen muss.

00:39:54: einem Studierenden am ersten Tag des Studiums, also ich habe noch aus Büchern gelernt, Philipp, du bist schon Generation Internet.

00:40:02: Ihr lernt mit Amboss, das ist so ein medizinisches Lehrprogramm, aber nehmen wir an, man würde Amboss ausdrucken und man würde jemanden diesen Stapel-Zettel vorlegen und würde sagen, pass auf, in fünf Jahren weißt du das alles auswendig.

00:40:15: Es würde jeder wegrennen, würde sagen, nie, nie im Leben.

00:40:19: Und dann fängst du aber an und machst das so Schritt für Schritt und sagst, okay, ich fange heute damit an.

00:40:22: Und dann das.

00:40:23: Und da hat ja auch jeder so seine ganz individuelle Portionsgröße.

00:40:28: Da eine kann da vielleicht fünfzig Seiten am Tag lernen, der andere zehn.

00:40:31: Man muss halt irgendwann sehen, wo man da steht.

00:40:34: Und ich glaube, dass man diesen Berg, den man da vor sich hat, so unterteilt in Häppchen und sagt, okay, diesen Berg, den gucke ich mir gar nicht an.

00:40:42: Weil, wenn ich da hingucke, ich trehe ja durch, sondern ich nehme mir meine Happen.

00:40:48: und arbeitet die ab.

00:40:49: Und ja, da gibt er diesen Spruch.

00:40:53: Jeder Marathon beginnt mit dem ersten Schritt.

00:40:56: Jede

00:40:56: Reise.

00:40:56: Jede Reise.

00:40:57: Man muss das ja einfach so aufbauen.

00:41:02: Wie machst du das denn, wenn jemand, du bist ja Lauftherapeut, kommen da nur Leute hin, die schon laufen können oder auch Leute, die sagen, kann doch gar nicht laufen.

00:41:12: Ich will erst mal anfangen.

00:41:15: Beides.

00:41:15: Beides.

00:41:17: Und wie führst du dir an, diese Schritte zu finden, diese Individuellen?

00:41:22: Du hast eigentlich die Lösung, wenn ich dieser Brautfall bleiben würde, schon in dem vorherigen Satz gehabt, mit dem Schritt für Schritt-Prinzip.

00:41:29: Also mal kurz zurück, was du mit euren Studienbüchern oder jetzt im Internet beschrieben hast, das ist ja für ganz viele so.

00:41:36: Wenn du ein Ziel vor Augen hast, dann ist das manchmal riesig.

00:41:40: Und du erreichst das ja nicht von null auf jetzt.

00:41:43: Das geht nicht.

00:41:44: Das heißt, du musst es spazieren, du musst es einteilen.

00:41:46: Und je niedriger oder je erreichbarer du diese Schritte machst, umso einfacher ist es natürlich auch auf den Erfolg zu kommen.

00:41:54: Heißt aber nicht, dass du dich unterfordern solltest, weil Unterforderung bedeutet auch irgendwann, dann kann ich es auch sein lassen.

00:42:00: Aber wir teilen uns Ziele ein, erreichbar, aber immer noch fordernd.

00:42:06: Und damit ist schon ganz viel von dem Projekt auch erklärt worden.

00:42:11: Jeden Tag einen Marathon.

00:42:12: Deshalb nenne ich das ja so, forty-fünf Maratons an forty-fünf Tagen, ein Maraton am Tag.

00:42:18: Weil ich bis heute, das meine ich ganz auf, mich sich nicht verstehe, dass ich thousand neunhundert dreiundfünfzig Kilometer laufen will.

00:42:26: Das ist eine Zahl, die kann ich nicht realisieren.

00:42:28: Also muss ich sie runterbrechen, um sie mir selbstverständlich zu machen.

00:42:32: Und so bürgen so Leute auch ans Laufen ran, nicht indem du läufst, sondern du gehst erst mal.

00:42:40: Dann sagen die meisten, ja, ich will da laufen, ja, aber ... Gehen laufen.

00:42:44: Gehen laufen.

00:42:46: Gehen laufen.

00:42:48: Und das kannst du mir wirklich nach Tabellen auch aufbauen, sodass du im Ende, sagen wir mal, von einem achtwöchigen Kurs fünf Kilometer am Stück ohne Probleme oder dreißig Minuten laufen kannst.

00:42:58: Das geht aber nicht, weil wir jetzt, wir beide, jetzt losrennen und du nach einem Kilometer zusammen brichst.

00:43:05: So war nämlich mein erster Lauf.

00:43:08: Ich dachte wirklich so, ich muss was ändern, also das Lamentieren.

00:43:12: in dieser Kreativphase doch, meine Frau sagte und meine Damen und Kollegen sagte noch, ja dann lass uns doch laufen gehen.

00:43:19: Natürlich in meinem männlichen Ego habe ich gedacht, ja Herr Laufen kann auch jeder Trottel ist nur für Dummies.

00:43:23: Wirklich, so habe ich gedacht.

00:43:25: Und bin halt losgelaufen und habe damit genau alles gemacht, was du gesagt hast.

00:43:30: Falsch, ich bin in den Seitenstechen reingekommen, ich hatte Schmerzen, meine Füße haben wehgetan, ich habe die Schuhe auf den Boden geworfen, danach habe ich gesagt, das ist zu viel, das ist Idiotie.

00:43:42: Weil ich mir nicht selbst gegenüber nicht sagen konnte, ey, man macht das eigentlich anders.

00:43:46: Und dann bin ich am nächsten Tag heimlich alleine los.

00:43:48: Ich hab's nochmal versucht.

00:43:50: Und nochmal, weil ich mir nicht eingestehen wollte, mit Anfang dreißig, nicht irgendwie drei Kilometer oder zwei Kilometer laufen zu können.

00:43:56: Aber das gelingt nicht von jetzt auf sofort.

00:43:59: Das sind Schritte.

00:43:59: Immer ist das alles ein Prozess.

00:44:02: Es geht nicht

00:44:03: anders.

00:44:04: Also die, die uns jetzt zu einer Lust aufs Laufen bekommen haben und auch nicht laufen, ist es super, wenn man in Kilometer läuft.

00:44:10: Das ist super und man ganz langsam anfängt und alles was mit so Extremdistanzen und so was ist ja, das kann man ja irgendwann vielleicht mal machen, aber also es gibt ja so Untersuchungen, dass über die Hälfte der Deutschen nicht fünf Kilometer am Stück laufen können und wenn man das irgendwann schafft, dann ist man besser als die Hälfte von vierzig Millionen Deutschen und das ist ja schon eine extreme Leistung.

00:44:37: Ich hatte ja deine Tätigkeit als Lauftherapeut angesprochen.

00:44:41: Du hast ja bestimmt dann Klienten, die dann kommen und sagen, ich habe das geschafft.

00:44:47: Ich habe vielleicht nicht mein ganzes Leben, wenn er dabei Dinge in mein Leben integriert, die mich stabiler gemacht haben.

00:44:55: Aber seit drei Wochen, vier Wochen merke ich, ich habe das verloren.

00:45:01: Vielleicht sind das Routinen, die ich entwickelt habe, ich verloren.

00:45:06: Und jetzt stehe ich wieder so ganz am Anfang.

00:45:09: Was gibst du denn mit?

00:45:10: Was sollen die wieder tun, um diesen Rückschlag zu verarbeiten?

00:45:14: Rückschlag ist auch so ein

00:45:16: Wort.

00:45:16: Ja, oder ein Rückstritt.

00:45:19: Auch

00:45:19: das.

00:45:20: Aber genau da kann man ansetzen.

00:45:22: Weil, was viele Leute ja auch vergessen.

00:45:24: Entschuldigung, das war ich mit dem Tisch.

00:45:27: Was viele Leute vergessen, ist auch mal mit sich selbst.

00:45:32: zarter umzugehen und zu sehen, wie weit sie schon gekommen sind.

00:45:35: Weil was du gerade beschrieben hast, da hat jemand geschafft, fünf Kilometer zu laufen, das vorher vielleicht noch nie gelaufen, hat also einen Kurs gemacht, egal ob bei mir oder bei sonst.

00:45:44: Hat also Selbstwirksamkeit erfahren.

00:45:47: Aus eigener Kraft ist sie oder er, je nachdem, fünf Kilometer gelaufen.

00:45:55: Wir bleiben mal bei diesem Bild.

00:45:56: Und dann verliert er oder sie die Lust daran oder irgendwie.

00:46:00: das Leben, wie es so schon heißt, holt ein.

00:46:02: Dabei wird vergessen, dass man das schon mal geschafft hat.

00:46:06: Das meinte ich vorhin auch mit der Achtsung halt.

00:46:08: Es ist Arbeit immer wieder daran zu gehen.

00:46:11: Auch für mich, weil ich laufe auch nicht einfach rum und weiß mir, so leicht wird.

00:46:14: Nein, es ist immer immer wieder Arbeit.

00:46:17: Aber für manche Menschen ist Aufstehenarbeit.

00:46:21: Für manche Menschen ist Wachwertenarbeit.

00:46:23: den Vorhang aufzuziehen arbeiten, das Bett zu machen, Arbeit.

00:46:27: Das heißt, sich selbst auch mal einzugestehen.

00:46:31: Guck mal, wie weit ich schon gekommen bin aus eigener Kraft.

00:46:35: Das vergessen wir viel zu oft, weil wir vergleichen unsere inneren Bilder mit den externalisierten Bildern.

00:46:41: Wir sind wieder bei Instagram krach.

00:46:43: Oder der Darstellung von anderen, der Darstellung.

00:46:46: Wir sehen, was zeigt mir der andere und ich vergleiche aber meinen Inleben damit.

00:46:50: Und es kann mich ja nur unglücklich machen.

00:46:52: Und dabei, aber zurückzukehren und zu sagen, ich habe doch schon auch viel gemacht.

00:46:58: Und manchmal reißt es, wenn du morgens dein Bett machst.

00:47:03: Das klingt komisch, aber das ist so ein vielen Menschen.

00:47:06: Und das sind viel zu viele Menschen leider leben in dieser Realität.

00:47:14: Spannend.

00:47:16: Anthony, wenn du jetzt ... unseren jungen Kollegen oder auch auch uns, es fällt ja mal vielleicht, dass es auch noch so war, die Jungen, was die machen, so eine Frage für einen Freund.

00:47:26: So als Take-Home-Message für, was kann ich für mich tun, für meine mentale Stabilität?

00:47:36: Was kann ich tun?

00:47:40: Das Allerwichtigste in meiner Wahrheit nochmal.

00:47:45: Anektotische Evidenz.

00:47:47: zwar aus einem professionellen Sicht gesprochen, aber ich kann dir nie immer sagen, was ist wichtig für dich, sondern nur, was funktioniert für mich oder für andere.

00:47:57: Es sind so ein paar Erkenntnisse und zwar ganz wichtig, sich selbst einzugestehen.

00:48:02: Und da gibt es ja auch in diesem ganzen Mental Health gebildet, den wunderschönen Satz, it's okay not to be okay.

00:48:10: Wirklich auch da zu stehen und zu verstehen, ich muss nicht funktionieren, ich muss nicht, du hattest das vor allem in einem anderen Kontext perfekt sein.

00:48:18: vergisst es.

00:48:19: Also wirklich, es ist vollkommen okay, auch mal nicht okay zu sein, das überhaupt zu begreifen und nicht nur als Floskel daher zu plappern, sondern wirklich zu begreifen.

00:48:29: Mandatory.

00:48:30: Gedanken sind keine Fakten.

00:48:32: Zweiter Punkt.

00:48:34: Unser Hirn will uns permanent eins auswischen.

00:48:36: Ich kann es nicht neurologisch erklären, aber unser Hirn macht uns dauernd etwas vor.

00:48:40: Es wird viel schneller sagen, ich kann nicht mehr, als der Körper nicht kann.

00:48:44: Du kannst viel, viel mehr.

00:48:46: dein Gehirn wird aber immer sagen und das bestimmt auch aus evolutionstechnischen richtigen Gründen wird sagen, hör auf, hör auf, hör auf, aber tatsächlich kannst du.

00:48:58: Und das dritte Beziehung wirklich versuchen Menschen zu finden, Gruppen zu finden.

00:49:06: Und wenn jetzt Leute sagen, ich bin alleine, ganz alleine, dann hinterfangen, ist das wirklich wahr?

00:49:10: Bist du wirklich, wirklich ganz alleine?

00:49:12: Gibt es nicht Kolleginnen oder Kollegen?

00:49:14: Gibt es nicht doch irgendwo noch Beziehungspunkte?

00:49:17: Und wenn nicht, mach's wie ich, weil ich hatte es leid, alleine zu laufen, ohne Mist.

00:49:24: Und so ist ein Lauftreff entstand, der jetzt seit zweieinhalb Jahren oder zwei Jahren in Wiesbaden jeden Donnerstag stattfindet, weil ich keine Lust mehr hatte, alleine zu laufen.

00:49:32: Da habe ich gesagt, ich laufe Donnerstags um die Uhrzeit.

00:49:35: dort und dort los.

00:49:36: Wer Lust hat mitzukommen, soll mitkommen.

00:49:39: Wir sind mittlerweile immer so zwischen zehn und fifteen Leuten.

00:49:43: Die kommen alle aus ganz unterschiedlichen Gründen dahin.

00:49:47: Aber das passiert halt nicht, wenn ich zu Hause sitze und sage, ich will, sondern machen, ins Tun kommen.

00:49:53: Das wird unglaublich schwer.

00:49:54: Ich weiß das aus eigener Erfahrung und ich weiß, dass es sehr einfach klingt, wie ich es sage.

00:49:59: Aber nochmal ist es halt immer wieder Arbeit und vor allen Dingen den Mut, um die Hoffnung nicht verlieren.

00:50:05: Weil nichts ist so, wie es im Moment ist.

00:50:09: Es gibt immer diesen Moment, dass es besser werden kann.

00:50:12: Und auch das zu verstehen.

00:50:13: A. Wie weit sind wir schon gekommen?

00:50:16: Und B. Es kann immer besser werden.

00:50:18: Und gerade wenn du denkst, es ist das schlimmste ever und es wird nie, nie, nie besser werden.

00:50:25: Kann man reinzuhorchen, wer sagt das eigentlich?

00:50:28: Wer in deinem Kopf ist diese Stimme, die dir sagt, es wird nie, nie, nie besser.

00:50:34: Und das sind so Erkenntnismomente.

00:50:38: Tolles Schlusswort.

00:50:40: Anthony, vielen, vielen Dank.

00:50:42: Ich könnte auch ewig weiterreden.

00:50:43: Wir sind jetzt bei einer knappen Stunde und die Aufmerksamkeitsspanne unserer Hörer will ich da nicht überfordern.

00:50:49: Ich würde mich total freuen, wenn wir das Gespräch mal wiederholen könnten, auch unter einem anderen Aspekt.

00:50:55: Also es hat mir wahnsinnig viel gebracht, auch ganz viele Ideen für mich.

00:51:00: Ja, wenn das dir recht ist, würde ich deine Seite und dein Projekt und den Lauftreff, den du hast, verlinkt in unseren Shownotes, dass diejenigen, die jetzt Lust bekommen haben oder Interesse an dem Thema bekommen haben, sich da hinwenden können.

00:51:13: Sehr gerne.

00:51:14: Also, vielen Dank und wir hören bestimmt wieder voneinander.

00:51:17: Danke euch!

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